Fünftklässler aus dem Schwalm-Eder-Kreis erhielten Respekt- und Toleranzpass

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Sie haben den Respekt- und Toleranzpass: Klassensprecher und Lehrer aus 30 Schulklassen sowie Organisatoren und Anleiter des Programms „Gewalt geht nicht“ sowie von Anorak 21.

Falkenberg. Es ist ein bisschen wie mit dem Führerschein: Ihn zu erwerben ist nur der erste Schritt, danach muss man immer wieder üben, bis man richtig fahren kann. So ist es auch mit dem Respekt- und Toleranzpass, den 600 Fünftklässler aus dem Landkreis erhielten.

Dahinter steckt das Projekt „Gewalt geht nicht“, das der Schwalm-Eder-Kreis vor Jahren aufgelegt hat. In Kooperation mit Anorak 21, dem Verein aus Falkenberg, absolvierten die 30 Schulklassen je fünf Einheiten zum Thema.

Mit der Übergabe des Passes sei das Thema nicht beendet, sondern beginne erst, sagte Pascal Bewernick vom Falkenberger Verein. Grammatikalisch nicht ganz korrekt, fügte er hinzu: „Für mich sind Respekt und Toleranz Verben, also Tu-Wörter. Man muss es machen.“

Zur Verleihung der Pässe sowie 50 Euro für die Klassenkasse und einem Spiel, waren die Klassensprecher und ihre Lehrer nochmal auf den Mosenberg gekommen. Dort hatten sie den erlebnispädagogischen Teil absolviert.

Fünf Teile des Programms 

Die übrigen vier Teile, in der Fachsprache Module genannt, wurden von den Lehrern unterrichtet. Teil 1 beschäftigt sich mit Empathie, also dem Mit-Fühlen. Dabei geht es um eigene Gefühle und um die der Mitmenschen, etwa durch das Spielen einer pantomimischen Szene.

Um Kommunikation geht es im 2. Abschnitt („Wie wir etwas sagen und wie es ankommt?“). Es wird zum Beispiel geübt, Ärger auszudrücken, ohne verletzend zu sein.

Um Konflikte, deren Entstehung und Lösung, dreht sich Modul 3. Beispielsweise wird ein typischer Konflikt aus der Schulklasse in einem Standbild festgehalten und fotografiert. Dann werden Lösungsvorschläge für den Streit entwickelt.

Die 4. Einheit heißt „Mut und was dazu gehört - Wie wir uns einmischen können“. Es wird etwa eine Szene nachgespielt, in der ein Schüler bedroht wird und gefragt: Was kann man tun?

„Aus fremd wird bekannt“, ist der letzte Abschnitt benannt. Er findet als Projekttag bei Anorak 21 auf dem Mosenberg statt. Die Schüler sollen Respekt und Toleranz direkt erleben. Eine Übung ist ein Parcours mit einer Seilbrücke, den eine Gruppe gemeinsam durchläuft. Während der Übung wird nicht gesprochen.

Umgang wurde besser 

Das Konzept funktioniert, ist Lehrerin Magdalena Kerste überzeugt, die es mit ihrer Klasse an der Felsberger Drei-Burgen-Schule ausprobiert hat. Der Umgang zwischen den Schülern habe sich positiv verändert, das würden auch Kollegen bestätigen, sagte sie.

Stefan Bürger von „Gewalt geht nicht“ wünscht sich, dass das Projekt weiterläuft und noch mehr Schüler lernen, dass Respekt und Toleranz Tu-Wörter sind.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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