Mysteriöse Hortensienklau geht weiter - Unbekannte griffen in Trutzhainer Gärten zu

Abgeschnitten: Die Trutzhainerin zeigt die von Fremden ausgedünnte Pflanze vor ihrem Haus. Foto: Quehl

Trutzhain. Offenbar geht es um Drogen: In dem Schwalmstädter Ortsteil schnitten Diebe zum dritten Mal Stängel von Hortensienpflanzen ab. „Es ist ärgerlich und unheimlich“, sagt eine Frau aus Trutzhain, die aus Vorsicht lieber nicht genannt werden will.

Wieder einmal haben Unbekannte direkt vor der Tür ihres Hauses in der Trutzhainer Sudetenstraße zugeschlagen und etliche Triebe aus ihrem geliebten Hortensienbusch geschnitten.

Im Jahr 2007 passierte es zum ersten Mal: Der einst prächtige Busch, der im Sommer viele Dutzend Blütenbälle trug, war im Spätherbst auf rätselhafte Weise ausgedünnt worden, berichtete die Trutzhainerin im Gespräch mit der HNA. Nicht nur bei ihr, sondern auch in Nachbargärten zeigte sich das Phänomen, das die Menschen sich erst erklären konnten, als sie von Rauschgiftgerüchten hörten. Aus vielen Orten in Deutschland wurden plötzlich Hortensiendiebstähle gemeldet.

Der Hintergrund ist unklar, nie wurde bislang ein Hortensiendieb gefasst. Als sicher gilt, dass aus dem Pflanzenmaterial Drogen hergestellt werden. Das bestätigt Markus Brettschneider von der Kripo Homberg. Seit einigen Jahren werde der mysteriöse Hortensienklau auch im Landkreis Schwalm-Eder gemeldet, derzeit lägen der Polizei aber keine aktuellen Fälle vor. Die Beamten gehen davon aus, dass es um Rauschmittel geht.

Davon sind inzwischen auch die Menschen in Trutzhain überzeugt, die zum dritten Mal Opfer der unheimlichen Diebe wurden. In fünf Gärten rund um das Haus der Trutzhainerin schlugen die Täter diese Woche ebenfalls zu. In einem Fall bedienten sie sich sogar aus einer hinter einem Wohnhaus gelegenen Rabatte, in den anderen Fällen wachsen die Pflanzen vor den Gebäuden. Auch in Steina soll es schon zum Hortensienklau gekommen sein, berichtete die Frau.

Sie ist ratlos und auch wütend. Es sei kein gutes Gefühl, im Blickpunkt unheimlicher Drogenkonsumenten zu stehen, und es tut ihr einfach Leid, dass ihre schöne Hortensie verstümmelt wurde und nun wohl auf Jahre nicht mehr so üppig blüht, wie sie es einst tat. Nächsten Herbst will sie wachsam sein: „Da stecke ich Rosendornen hinein, damit die Täter sich stechen.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare