„Sind auf der Zielgeraden“

Nabu-Stiftung verhandelt über ehemaligen Standortübungsplatz Seilerberg

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Natur mehr Raum geben: Der Seilerberg ist geprägt von abwechslungsreichen Lebensräumen. Nasse und trockene Areale wechseln einander ab, es gibt Wiesen und Wälder.  

Ehlen. Die Bemühungen der Nabu-Stiftung Hessisches Naturerbe, den ehemaligen Standortübungsplatz Seilerberg bei Ehlen vom Bund zu übernehmen, sind ein gutes Stück vorangekommen. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagte jetzt Stiftungsvorsitzender Hartmut Mai.

Die Nabu-Stiftung möchte das 180 Hektar große Gelände zu einem Naturschutzgebiet entwickeln. Mai glaubt, dass sich beide Seiten schon in den kommenden Monaten einig werden.

Schon jetzt ist der Seilerberg Bestandteil des Flora-Fauna-Habitates Habichtswald. Sein Artenreichtum und das Nebeneinander unterschiedlicher Lebensräume machen das Areal für die Naturschützer so interessant. Wie Hartmut Mai auf Anfrage der HNA sagte, sei das Konzept der Stiftung unstrittig. Der Bund und das Regierungspräsidium Kassel seien involviert und hätten bereits grünes Licht gegeben.

Gegenstand der Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) seien die Personalkosten. Denn der Vertrag sieht vor, dass die Nabu-Stiftung bei der Übernahme des Geländes auch für die Bezahlung der Mitarbeiter aufkommt, die dort pflegerische Maßnahmen vornehmen. Uneins sind sich beide Seiten noch über die Höhe des Betrages.

Bestandteil des Naturschutzkonzeptes ist unter anderem die Bewirtschaftung der Flächen mit Weidevieh. „Bei uns haben bereits zehn landwirtschaftliche Betriebe angeklopft, die ihre Tiere auf die Weiden stellen wollen“, sagte Mai. Geplant ist, den Vertrag mit dem Bauern, der mit seinen Schafen derzeit den Seilerberg bewirtschaftet, bis Ende kommenden Jahren zu verlängern. Sobald die Stiftung Eigentümerin des Geländes ist, soll die landwirtschaftliche Pflege des Grünlandes neu ausgeschrieben werden. Wie Mai sagte, soll dabei die Gemeinde Habichtswald ein Mitspracherecht erhalten.

Die Waldbestände des Seilerberges sollen in einen Naturwald umgewandelt werden. Dabei werden einige Gehölze und Nadelbäume entfernt. Kleine Bauwerke, die aus der Zeit der militärischen Nutzung stammen, werden ebenfalls zurückgebaut, in Rohren geführte Wasserläufe aus ihrer beengenden Hülle geholt.

Irritiert zeigte sich der Stiftungsvorsitzende von den Plänen Saskia Klepps, bei Ehlen einen Islandpferdehof zu errichten. Entgegen ihrer Aussage habe es nie einen Kontakt zwischen ihr und der Nabu-Stiftung gegeben. Für eine Beweidung mit Islandpferden sei das FFH-Gebiet Seilerberg nicht geeignet. Weder eigneten sich die Pflanzengesellschaften, noch würden 150 Pferde auf das Gelände passen. Maximal 60 Tiere könnten den Seilerberg als Weideland nutzen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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