Nach 25 Jahren: Patenkind machte Brautkleid seiner Tante ausfindig

Überraschung geglückt: Brautkleid und Anzug waren für die Party auf Schaufensterpuppen drapiert worden. Helmut Schenk und Andrea Knauff-Schenk freuten sich riesig und mussten später selbst nochmal in die Roben schlüpfen. Fotos: 2 privat/ 1 Rose

Die Geschichte von Andrea Knauff-Schenk (53) und Helmut Schenk (56) hätte kein Drehbuchautor erfinden können: Ausgedacht hat sie sich Patenkind Christoph Knauff. Er hat nach 25 Jahren das Brautkleid seiner Tante ausfindig gemacht und es ihr bei einer Überraschungsparty präsentiert.

So groß feiern wollten die Obergrenzebacher ihre Silberhochzeit ursprünglich gar nicht: „Wir sind in den Urlaub gefahren und wollten später Freunde und Verwandte zu einer Grillparty einladen“, erzählt die 53-jährige. Da hatte Christoph Knauff schon längst ein Festkomitee zusammen getrommelt. Monate vorher verteilte der Zellaer die Aufgaben für das Fest. Die schwerste übernahm er selbst: die Suche nach dem Brautkleid. Andrea Knauff-Schenk hatte es 1997 verkauft: „Als wir in unser Haus zogen, hing es mir irgendwie im Weg. Und die Bekannte einer Kollegin sah es, bezahlte es und nahm es mit. Ich wusste nicht mal, wie sie heißt.“

Christoph Knauff bewies echten Spürsinn: Er fragte sich durch den Bekanntenkreis der Schenks, erfuhr, dass die Käuferin wohl selbst dann doch gar nicht wie geplant geheiratet hatte und dass sie einen neuen Namen trage.

Mehrere Male fuhr er durch den Ort im Kreis Marburg, wo die Frau vermeintlich wohnen sollte. „Ich habe mit Nachbarn und dem früheren Vermieter gesprochen“, erzählt Knauff.

Mit Erfolg: Die Frau sei sofort bereit gewesen, ihm das Brautkleid zu leihen, erklärt der Steinaer. In Folie gehüllt – so hatte es einst Andrea Knauff-Schenk aus der Reinigung geholt – reiste der Traum aus Taft wieder zurück zu seiner ursprünglichen Besitzerin.

Gaben sich in Obergrenzebach das Jawort: Die Schenks mit ihren Zwillingen Moritz und Marius.

Christoph Knauff setzte das Kleid für die Überraschungsparty entsprechend in Szene: Er organisierte Schaufensterpuppen und drapierte darauf Brautrobe und Spencer-Jacke. Den Anzug des einstigen Bräutigams zu beschaffen, war vergleichsweise einfach: Er hing im Hause Schenk im Schrank.

Den Tag der Ankunft aus dem Urlaub werden Schenks so schnell nicht vergessen. Kaum hatte das Paar heimischen Boden unter den Füßen, karrten Freunde beide zum Frisör: „Dort sollten wir uns auch umziehen und dann ging der ganze Zauber erst richtig los“, erzählen die Obergrenzebacher.

Nicht umhin kam das Paar, sich vor den Gästen nochmal in Brautkleid und Anzug zu zeigen. Beides passte perfekt. Und das Brautkleid ist in Obergrenzebach geblieben: „Nach der Feier hat es mir die frühere Käuferin dann spontan geschenkt. Ich glaube, das Brautkleid wollte einfach zurück zu mir“, sagt Andrea Knauff-Schenk.

Quelle: HNA

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