Nach Abzug der Bundeswehr fließt weniger Wasser in Kläranlage Gasterfeld

Übersichtliche Kläranlage in Gasterfeld: Abteilungsleiter Klaus Wenzel (links) und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. Im Hintergrund der Wolfhager Solarpark. Fotos:  Wüllner

Gasterfeld. Die idyllisch gelegene Kläranlage in Gasterfeld bei Wolfhagen war ursprünglich mal ausgelegt für 1250 Einwohnergleichwerte.

Das war zu der Zeit, als die Bundeswehr noch in der Kaserne war. Im Juni 2008 verließ die Bundeswehr das Gelände der Pommernkaserne. Mittlerweile ist die Kaserne zum Technikpark gewachsen. Die Kläranlage ist nach wie vor in Betrieb und nimmt Abwasser aus Bühle, Gasterfeld und den Betrieben in der Kaserne auf.

Klaus Wenzel, Abteilungsleiter Umwelt und Tiefbau bei der Stadtverwaltung Wolfhagen. erklärte, dass die Anlage ganz hervorragende Messwerte liefere. Mittlerweile sind nur noch 750 Einwohnergleichwerte angeschlossen, das aber verändert nichts an der Qualität. Eher im Gegenteil. Die Auslastung liege jetzt bei 650. 350 Kubikmeter Klärschlamm fallen jährlich an. Die Zusammenarbeit mit Landwirten, die den Klärschlamm je nach Nährstoffbedarf der Fruchtfolge entsprechend der Düngemittelverordnung aufbringen, sei sehr gut.

„Wir haben den Anspruch, so kostengünstig wie möglich und technisch so gut wie möglich zu arbeiten.“

Der gesamte Kläranlagenbetrieb sei mittlerweile vom Bund auf die Stadt Wolfhagen übertragen, inklusive Straßen, Kanäle und Straßenbeleuchtung in der Kaserne. „Die vertragliche Eigentumsübertragung folgt jetzt bald“, sagte der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake. „Wir haben den Anspruch, so kostengünstig wie möglich und technisch so gut wie möglich zu arbeiten“, sagte der Rathauschef. Das komme wiederum der Bevölkerung zu Gute, die für das Schmutzwasser 2,75 Euro pro Kubikmeter zahle. Das sei ein günstiger Preis. Letztlich müsse der Gebührenhaushalt ausgeglichen sein, dazu sei die Stadt verpflichtet.

Die Anlage in Gasterfeld wird vom gesamten Team der Hauptkläranlage in Wolfhagen mitbetreut. Ein Bereitschaftsdienst ist im Störfall sofort alarmiert. Auch regelmäßige Untersuchungen finden im eigenen Labor statt. Aber Schaake könne sich auch vorstellen, mit weiteren Nachbarkommunen hier und da Kooperationen einzugehen. „Wir müssen überlgen, wo es Sinn macht. Bei der Feuerwehr haben wir schon Kooperationen auf den Weg gebracht. Denn auch Ehrenamtliche stoßen irgendwann an ihre Grenzen“, sagte Schaake.

Ein Problem mit dem rückläufigen Wasserverbrauch treffe nicht nur die Stadt Wolfhagen. Das sei in allen Städten und Gemeinden dem demografischen Wandel geschuldet.

Auch hier gelte es, sich umfassend zu informieren und dem Problem entgegenzuwirken. Auch dazu gäbe es bereits intensiven Austausch wie zum Beispiel mit der Stadt Bad Arolsen beziehungsweise den Bad Arolser Kommunalbetrieben.

Quelle: HNA

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