Nach anderthalb Jahren: Vater aus Syrien hat seine Familie wieder  

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Endlich wieder zusammen: Hasan Aydak (hinten Mitte) mit seinem Sohn Mohamed und seiner Frau Hanadi Abbod (links). Vorne die Töchter Mara, Sama und Mais. Erika Görke (rechts) unterstützt die Familie.  

Morschen. Hasan Aydak, der eineinhalb Jahre von seiner Familie getrennt war, lebt jetzt mit seiner Frau und den vier Kindern in Altmorschen.  

Der kleine Mohamed füttert Papa Hasan Aydak mit Keksen. Der nimmt den kleinen Jungen auf den Arm und drückt ihn. Eineinhalb Jahre hat der 45-Jährige auf diesen Moment gewartet.

Als er aus Syrien flüchtete, blieb seine Familie zurück. Seine Frau war mit Mohamed schwanger. Seinen mittlerweile 14 Monate alten Sohn hatte Hasan Aydak nur auf Handyfotos gesehen – bis er ihn vor zwei Wochen dann das erste Mal in den Arm nehmen konnte.

„Ich bin sehr glücklich“, sagt der 45-Jährige. Er freue sich, dass er endlich wieder mit seiner Frau und seinen vier Kindern vereint sei.

Mit Hilfe von Erika und Günter Görke haben sie im Haus der Familie Wohlgemuth eine Wohnung gefunden, in der genug Platz für alle ist. „Meine alte Wohnung war sehr schön. Es hat mir dort gut gefallen“, sagt der 45-Jährige. Aber für eine sechsköpfige Familie wäre sie zu klein gewesen.

Denn eines ist für Hasan Aydak klar: Er möchte mit seiner Familie in Morschen bleiben. Auch seiner Frau Hanadi Abbod, die seit der Flucht ihres Mannes bei ihrer Familie in Damaskus gelebt hat, gefällt es gut in der Gemeinde

„Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Die Menschen hier sind freundlich und hilfsbereit“, sagt Hanadi Abbod. Es sei eine lange Zeit der Ungewissheit gewesen, bis endlich klar war, dass die 36-Jährige und ihre vier Kinder über Beirut nach Deutschland reisen konnten. Unzählige Papiere mussten ausgefüllt werden. In Syrien und in Deutschland. „Jetzt ist es wichtig, dass wir schnell Deutsch lernen“, sagt Hanadi Abbod, die in Syrien bei einer Bank gearbeitet hat.

Die beiden älteren Töchter Mais (11) und Mara (10) gehen bereits in Morschen in die Schule, die fünfjährige Sama geht in den Kindergarten.

Erika und Günter Görke haben Hasan Aydak von Anfang an unterstützt und helfen auch jetzt – beim Ausfüllen von Formularen für die Behörden, bei der Wohnungssuche, im Alltag und natürlich auch beim Deutschlernen.

„Wir sind allen sehr dankbar, die uns hier geholfen haben und helfen. Besonders natürlich Erika und Günter“, sagt Hasan.

Ohne die Hilfe hätten sie mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Hasan Aydak geht dreimal in der Woche in Kassel zum Deutschkurs und versteht vieles, aber ohne Hilfe wäre einiges komplizierter. Bevor seine Frau und die Kinder kamen, habe er bis 22 Uhr mit Erika Görke gesessen, um 40 Formulare für das Jobcenter auszufüllen.

„Wir helfen gern“, sagt Erika Görke. Auch weil sie, als sie früher die Welt bereisten, immer und überall freundlich empfangen worden seien. „Das wollen wir jetzt zurückgeben“, sagt die 63-Jährige. Sie fände es wichtig, dass sich noch mehr Menschen in der Flüchtlingshilfe in Morschen engagieren.

Quelle: HNA

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