Tausch- und Verschenkbörse

Wiederholter Vandalismus: Stadt muss Spenden-Box abbauen

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Wird wieder abgebaut: Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben die Givebox in Melsungen wieder abgebaut. Errichtet wurde sie im Juni dieses Jahres. Im Bild rechts sieht man die Schäden, die regelmäßig angerichtet wurden.

Melsungen. Die Givebox ist schon wieder Geschichte. In Melsungen muss eine hervorragende Idee zu Grabe getragen werden: Ein Holzunterstand, der Platz für Spenden bot.

Fachoberschüler der Radko-Stöckl-Schule hatten den Holzunterstand mit Teilnehmern des Sprachqualifizierungskurses für Flüchtlinge geplant und gebaut. Wer Spiele, Kleidung oder andere Dinge aus dem Haushalt übrig hatte, konnte sie dort seit Juni zum Verschenken oder Tauschen anbieten.

Nicht einmal ein halbes Jahr stand die Givebox im Durchgang zum Dienstleistungszentrum. Jetzt musste die Stadt reagieren. Die Box war immer wieder Ziel von Vandalen, die in der Box wüteten. Gegenstände wurden zerstört, in der näheren Umgebung verteilt und es fanden sich Hinterlassenschaften nächtlicher Herumtreiber in der Verschenkbörse.

In den vergangenen Monaten seien die Pflege- und Kontrollintervalle deutlich verkürzt worden, sagt Citymanager Mario Okrafka. Gerade auch die Schüler der Radko-Stöckl-Schule hätten sich sehr bemüht.

Magistrat beendet Projekt

Die Zustände seien aber völlig untragbar geworden. „Wir haben die Situation leider nicht in den Griff bekommen.“ Der Magistrat der Stadt Melsungen habe sich letztlich aber schweren Herzens dazu entschlossen, das gut gemeinte soziale Projekt mit sofortiger Wirkung zu beenden, erklärt Okrafka.

Mario Okrafka

Die Givebox habe an einer sensiblen Stelle gestanden. Schließlich handele es bei dem Durchgang um einen der Hauptzugänge zur historischen Altstadt vom Sand aus. Touristen und Gäste seien häufig von den zerstörten Gegenständen empfangen worden. Die Givebox sei jetzt in ihre Einzelteile zerlegt worden und werde im städtischen Bauhof eingelagert, sagt Okrafka.

„Einige wenige, die das System nicht verstanden haben und es nicht verstehen wollten, haben mit ihrer wiederholten Ablagerung von Elektroschrott, dreckigem Geschirr sowie verschmutzter und zerschlissener Wäsche diese gute Idee zerstört“, sagt Okrafka.

Zukunft für die Givebox?

Ob es eine Zukunft für die Givebox gebe, sei offen. Wenn, dann müsse die Givebox an anderer Stelle im Stadtgebiet und unter anderen Regularien wieder aufgebaut werden. Darüber werde in den kommenden Wochen mit allen Beteiligten diskutiert werden müssen, sagt Okrafka. 

Quelle: HNA

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