Vor dem Landgericht: Autofahrerin ärgerte sich massiv über Geschwindigkeitskontrolle

Nach Blitz aus dem Häuschen

Marburg. Uneinsichtig zeigte sich eine 43-Jährige aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bei ihrer Berufungsverhandlung vor dem Marburger Landgericht. Richter Wolf Winter brach deshalb ab und kündigte eine Fortsetzung im Januar an.

Wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung hatte das Amtsgericht Treysa die Frau bereits im August zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Dagegen hatte die Frau Berufung eingelegt.

Im August vergangenen Jahres war die Frau in Gilserberg in einer Tempo 30-Zone wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt worden. Aus Verärgerung darüber war sie anschließend zur Messstelle zurückgekehrt und hatte ihr Fahrzeug so geparkt, dass an dieser Stelle weitere Geschwindigkeitsmessungen nicht mehr möglich waren.

Nach einer Standortverlegung der Messstation hatte sie ihr Fahrzeug erneut im Messbereich des Gerätes abgestellt und so auch dort weitere Kontrollen unmöglich gemacht. Als einer der Ordnungspolizisten, die die Messstation aufgebaut hatten, sie deswegen zur Rede stellen und ihre Personalien feststellen wollte, war die 43-Jährige nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft sofort aggressiv geworden und hatte versucht, den Angestellten mit Schlägen von ihrem Auto abzudrängen.

Dabei hatte die Frau angeblich einem der beiden Männer sogar mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dass sie die Messungen bewusst behindert habe, bestritt die Angeklagte nicht. Ihre Schläge seien allerdings Notwehr gewesen, weil der Ordnungspolizist sie in der Fahrertür eingeklemmt habe, erklärte die resolute Frau. Trotz der eindeutigen Beweislage folgte die Angeklagte nicht dem Vorschlag des Richters, der ihr bei einem Geständnis eine mildere Geldstrafe in Aussicht gestellt hatte.

Wutentbrannt aus dem Saal

Dem stimmte die Frau, die den Richter kaum zu Wort kommen ließ, nicht zu und verließ anschließend wutentbrannt wegen ihrer angeblich ungerechten Behandlung den Gerichtssaal.

Zum nächsten Verhandlungstermin im Januar sollen alle acht Zeugen, die im Vorfeld vernommen worden waren, erneut aussagen.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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