Nach Brand in Gudensberg: Der Schock ist gewichen

Gudensberg. Der bulgarische Konsul Stefan Dimitrov besuchte in Gudensberg seine Landleute, die beim Brand des alten Fachwerkhauses im Renthof alles verloren haben.

Die Sorgen sah man dem bulgarischen Konsul Stefan Dimitrov an, als Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Iffert noch einmal schilderte, wie die Hilfskräfte beim Brand des Hauses am Renthof eintrafen: Nachbarn waren bereits zu Hilfe geeilt, hatten Matratzen auf den Boden geworfen, um die Sprünge aus dem Haus abzufedern, die einige Bewohner machen mussten, um ihr Leben zu retten.

Der Diplomat besuchte gemeinsam mit seinem 2. Sekretär Ljubomir Petkov Gudensberg, um sich über den Gesundheitszustand seiner 45 bulgarischen Landsleute zu informieren und ihnen praktische Hilfe anzubieten. Beruhigen konnte ihn etwas die gute Nachricht, dass bis auf drei alle das Krankenhaus bereits wieder verlassen haben. Diesen drei schwerer verletzten Personen stattete Dimitrov einen Besuch in der Klinik ab.

Schnelle Hilfe

Die schnelle und umfassende Bereitschaft zur Hilfe vieler Gudensberger Bürger und natürlich die professionell agierenden Hilfsorganisationen habe selbst die Medien in Polen, Bulgarien und Russland sehr beeindruckt, erläuterte Bürgermeister Frank Börner den beiden Diplomaten.

Auch die praktische und unbürokratische Hilfe der Stadt Gudensberg habe sofort eingesetzt. Die Brandopfer seien nach Kräften versorgt und betreut worden. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatten sich um neue Quartiere gekümmert. Der „Arbeitskreis Willkommen“, der ausschließlich aus ehrenamtlich tätigen Bürgern besteht, öffnete am Tag nach dem Brand eine Kleiderkammer, für die sofort zahlreiche Spenden eintrafen.

Beim Gespräch mit den bulgarischen Frauen und Männern standen anschließend ganz praktische Fragen im Mittelpunkt. Die meisten haben ihr Hab und Gut im Feuer verloren - sie stehen nicht nur ohne Hausrat, sondern auch ohne Dokumente da.

Bald wieder Papiere 

Die beiden Diplomaten erläuterten, dass das Konsulat dabei ebenfalls unbürokratisch helfen werde. Schon bald sollen alle wieder über die unentbehrlichen Papiere verfügen. Eine gemeinsame Fahrt ins Konsulat soll kurze Bearbeitungszeiten ermöglichen.

Nach dem Gespräch im Gudensberger Rathaus konnten alle Beteiligten beim Kaffeetrinken im Familienzentrum Quartier ein wenig aufatmen und die Sorgen des schwierigen Alltags vergessen. Dorothea Hamacher, Ivelina Ivanova, Ursula Voigt, Natalia Schero, Jochem Hamacher und andere Helfer boten selbstgebackenen Kuchen an. Die Organisatoren hoffen, dass es im Rahmen des Quartiers Interesse an regelmäßigen Treffen gibt.

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Archivbilder: Brand in Gudensberg

Quelle: HNA

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