100.000 Euro Schaden

Nach dem Brand: ASV Schnellrode steht vor Ruine seines Vereinsheims

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Ein Trümmerhaufen: ASV-Vorsitzender Peter Heinemann kann es kaum fassen, dass vom Schnellröder Angelheim nach dem Brand nur noch verkohlte Balken übrig sind. Der Verein will das Gebäude wieder aufbauen.

Schnellrode. Für die Mitglieder des Schnellröder Angelvereins war es gar keine Frage, wo sie heute Abend das WM-Eröffnungsspiel gucken würden: natürlich im Vereinsheim. Die Großbildleinwand lag parat, Getränke standen bereit, es war alles organisiert.

Doch anstatt vor einem fröhlichen Fußballsommer stehen die Schnellröder vor den Trümmern ihres Angelheimes. Das Gebäude brannte aus bislang ungeklärter Ursache in der Nacht zu Montag aus (wir berichteten). Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben 100.000 Euro.

Für den Vereinsvorsitzenden Peter Heinemann ist das mehr als nur ein Brandschaden. "Das ist für uns alle eine Tragödie", sagte der Schnellröder gestern, als er die verkohlten Überreste des Gebäudes in Augenschein nahm. "Bis Pfingstmontag stand hier noch ein echtes Schmuckstück."

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Das Schmuckstück war 1981 errichtet und im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer weiter ausgebaut worden, in Eigenregie und ehrenamtlicher Arbeit. Es kamen Toilettenanlagen und eine Kühlzelle hinzu, 2001 wurde die komplette Inneneinrichtung samt Theke erneuert, erst im vorigen Jahr das komplette Dach des Gebäudes saniert. Das alles nicht ohne Grund, denn das Vereinsheim war ein beliebter Treffpunkt für die Schnellröder. Vor allem am 1. Mai: Vor sechs Wochen drängten sich noch um die 800 Besucher auf dem mitten im Ort gelegenen Vereinsgelände. Die Hütte war auch an den Wochenenden stets geöffnet und bewirtschaftet.

Das alles ist nun vorbei. Doch auch wenn der Frust bei den Vereinsmitgliedern am Tag nach dem Brand noch riesengroß gewesen sei, mache sie nun eine eher kämpferische Stimmung breit, sagt Peter Heinemann. Der Wiederaufbau sei keine Frage, für viele Angler gelte jetzt das Motto: "Jetzt erst recht!" Gestern Abend trafen sich die Schnellröder zu einer Krisensitzung und um zu beratschlagen, wie es weitergehen soll.

Zurzeit ermittelt noch die Polizei die Brandursache. Sobald sie die Trümmer freigibt, kann der Abriss beginnen. Der wird nicht billig, denn jedes einzelne Stück Holz stellt Sondermüll dar und muss fachgerecht entsorgt werden. "Das müssen wir auch alles bezahlen", sagt Heinemann.

Natürlich werde die Versicherung bezahlen - aber wann und wie viel Geld das sein wird, das kann Heinemann zurzeit noch überhaupt nicht einschätzen. Doch ganz gleich, wie die Vereinsgeschichte nach dem großen Brand nun weitergeht, eines ist sicher: dass sie weitergeht. "Wir lassen uns von diesem Unglück nicht unterkriegen", sagt Heinemann.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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