Nach dem Brand: Verband spendiert dem Schwalmgymnasium Topgerät für den Physikuntericht

Steuerung über den Computer: Die Schüler der 13. Jahrgangsstufe mit den neuen Gerätschaften. Gabriele Baar, Gerhard Ulrich, Frank-Martin Neupärtl, Frank Siesenop, Joachim Bürgel und Bernd Gliemann (von links) schauten ihnen dabei über die Schulter. Foto: Rose

Der wohl schwärzeste Tag am Schwalmgymnasium liegt jetzt drei Monate zurück. Der Großbrand zerstörte nicht nur den naturwissenschaftlichen Fachtrakt, sondern auch eine Fülle von Unterrichtsmaterial.

Aus unserer Zeitung erfuhr auch der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informnationstechnik (VDE) mit Sitz in Kassel von der Notsituation in Treysa. Und handelte: 3000 Euro hat der Verband dem Fachbereich Physik gespendet. Beschafft wurde damit ein neues Franck-Hertz-Experiment.

Zur Spendenübergaben kamen der VDE-Vorsitzende Gerhard Ulrich, sein Stellvertreter Joachim Bürgel und der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit Wolfgang Dünkel eigens in die Schwalm. Begrüßt wurden sie von Schülern des Jahrgangs 13, Leistungskurs Physik, dem kommissarischen Schulleiter Frank Siesenop, Physiklehrer Bernd Gliemann, Landrat Frank-Martin Neupärtl und Gabriele Baar von der Schulverwaltung.

„Diese Dinge können wir nicht einfach so anschaffen. Wir sind froh und glücklich, dass wir jetzt ein Gerät haben, das moderner als das verbrannte ist“, sagte Siesenop. Der Themenbereich der Quantenphysik habe im Landesabitur eine große Bedeutung, das Franck-Hertz-Experiment sei Grundlage vieler Aufgaben.

Schüler Ramazan Kartal erklärte den Gästen, worum es im Eperiment geht: „Mithilfe des Gerätes kann man nachweisen, dass es diskrete Energieniveaus bei Atomen gibt.“ Landrat Frank-Martin Neupärtl zeigte sich vom Vortrag des Schülers beeindruckt: „Du wirst bestimmt mal Herrn Gliemanns Nachfolger“, scherzte er. Dabei erinnerte er nochmal an den Brand und die damit verbundenen Probleme: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Schülern und Lehrern für das kooperative Miteinander.“

68 000 offene Stellen

VDE-Vorsitzender Gerhard Ulrich lobte das Engagement des Schwalmgymnasiums im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. „Die Schule nimmt seit vielen Jahren an unserem Tag der Technik teil. Wir möchten das Interesse an Ingenieuberufen wecken.“ Derzeit gebe es in Deutschland 68 000 offene Stellen für Ingenieure. Am Tag der Technik nahmen im vergangenen Jahr 700 junge Leute teil, die die Möglichkeit nutzten, in 17 Unternehmen reinzuschnuppern. Was das Schwalmgymnasium angeht, war auch der Landrat guter Dinge: „Hier braucht man sich um den Nachwuchs keine Sorgen zu machen.“

Der Verband VDE betrachtet es als sehr wichtige Aufgabe, sich für den technisch-wissenschaftlichen Nachwuchs in Schulen und Hochschulen der Region zu engagieren. So werden beispielsweise für den Unterricht an den allgemein- und berufsbildenden Gymnasien regelmäßig Spenden für die Ausstattung mit naturwissenschaftlichen Geräten geleistet. Seit dem Jahr der Technik 2004 veranstaltet der VDE Kassel zusammen mit anderen nordhessischen technisch-wissenschaftlichen Vereinen den in zahlreichen Schulen der Region jährlich stattfindenden Tag der Technik als umfassende Informationsveranstaltung über die Ingenieurberufe. Dieses Jahr findet er am Mittwoch, 21. September, statt. Das Programm richtet sich vorwiegend an Schüler der 12. und 13. Jahrgangsstufe. (zsr)

www.vde-kassel.de

Quelle: HNA

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