Kunst, Kultur und Kneipp

Nach Dorferneuerung: Niederurff bleibt attraktiver Wohnort

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Initiatoren und Ideengeber: Dr. Stefan Pollmächer, Annette Bernsmeier, Walter Fieting, Bürgermeister Michael Köhler und Jörg Stamm sind zufrieden mit dem Ergebnis der Dorferneuerung.

Niederurff. Kunst, Kultur und nun sogar ein Kneipp-Becken an der Urff: Niederurff ist ein Vorzeigedorf in Nordhessen. Das Leben pulsiert, und auch mit den Zuzug klappt es weiterhin. Das hohe Engagement der Bewohner führte dazu, dass Niederurff 2002 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde.

600 000 Euro wurden in den vergangenen 14 Jahren in den Ort gesteckt, dazu kam die Mitarbeit der Menschen. Dieses Jahr wurde das Programm beendet.

Das Ergebnis könne sich sehen lassen, sagte Dr. Stefan Pollmächer, der zusammen mit Annette Bernsmeier die Leitung für die Dorferneuerung übernommen hatte.

Das Paradeobjekt der Umgestaltung ist das Dorfgemeinschaftshaus, das nun von mehreren Generationen genutzt wird, erklärte der stellvertretende Ortsvorsteher Jörg Stamm.

Neben einer neuen Heizung und Küche gibt es dort einen barrierefreien Zugang, ebenso behindertegerechte Toiletten, in die man auch von außen hinein gehen kann, sowie einen zusätzlichen Stauraum und neue Stühle. „Dort finden seitdem nun zusammen mit den Landfrauen im Ort gemeinsame Aktionen statt“, sagte Bernsmeier. 249 000 Euro kostete der Umbau. Durch die Initiative der Dorfbewohner konnte viel gespart werden, betonte Bürgermeister Michael Köhler Neu gepflastert wurden im vergangenen Jahr die Gehwege an der Hauptstraße, als der Kanal saniert wurde. Zusammen mit den neuen Plätzen am Ratskeller und der Kirche bilden sie ein rundes Bild. Im Sommer kann man dort an der Urff ein Treppchen hinab zum Bach gehen und sich die Beine im kalten Nass erfrischen. Das Geländer am Bach wurde erneuert und ein kleiner Treppeneinstieg entstand. „Das Dorf ist jetzt auf dem neuesten Stand“, sagte Anette Bernsmeier.

Auch von Privatleuten wurde viel investiert, um das Dorfbild zu verbessern. „Die Hausbesitzer steckten noch einmal eine Million Euro in ihre Häuser“, sagte Pollmächer. „Wir konnten beobachten, wenn die Umgebung gestaltet wird, bekommen die Leute Lust, selbst etwas an ihren Häusern zu verändern.“

Viele junge Familien hätten ältere Häuser günstig gekauft und dann mit den Zuschüssen saniert. Daher sei der Leerstand im Ort außergewöhnlich gering, nur drei der Häuser sind nicht bewohnt, sagt die Gruppe, die sich versammelt hat. Niederurff besteht zu einem Drittel aus Menschen, die in den Ort zogen. 38 Familien kamen in den vergangenen Jahren neu hinzu. Das sei bei den 170 Haushalten schon viel, sagte Pollmächer.

Und weil der Zulauf in Niederurff so gut ist, soll es sogar demnächst neue Bauplätze geben. Sieben Plätze sind am Ortsrand für den Neubau vorgesehen, der Beschluss soll demnächst vom Parlament gefasst werden.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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