Nach Einbruch: Der Schock kommt später

Ungutes Gefühl: Fritz Weber in seinem Büro, direkt dahinter geht es in seine Wohnung. Die Einbrecher hatte er nicht gehört - zum Glück, sagt die Polizei. Foto: ula

Gudensberg. Einbrecher durchsuchten die Geschäftsräume von Fritz Weber, während er gleich nebenan in seiner Wohnung schlief.

Er hatte besonders tief geschlafen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Anfang März, als die Einbrecher kamen. Fritz Weber lebt in der ehemaligen Molkerei in Gudensberg, einem Gebäudekomplex, den er vor 40 Jahren kaufte und in dem er sein Büro sowie seine Wohnung hat.

Der tiefe Schlaf bewahrte ihn vielleicht vor Schlimmerem, denn Einbrecher auf der Suche nach schneller Beute sind häufig nicht zimperlich, wenn sie unerwartet auf Bewohner treffen.

„Nichts gehört“

„Der Mann von der Kripo sagte mir, wenn ich aus dem Schlafzimmer geschaut hätte, dann hätte es gefährlich werden können. „Seien Sie froh, dass Sie nichts gehört haben, meinte der Polizist.“

Wann die Einbrecher, die über ein Fenster an der Gebäudeseite hinein gelangten, bis in die Büroräume im ersten Stock kamen, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Sie durchwühlten jedenfalls alle Schränke, auch die Räume der Mieter im Erdgeschoss. Gesucht wurde in erster Linie Bargeld, gefunden hatten sie letztlich außer dem Inhalt von einigen Sparschweinen nichts.

Der materielle Schaden hält sich in Grenzen, Computer und Fotoapparate blieben unberührt. Noch in den frühen Morgenstunden war der Geschäftsmann runter an die Tür gegangen und hatte die Zeitung geholt.

„Da habe ich Licht gemacht und sie vielleicht vertrieben, meint die Polizei“, sagt Weber, der erst am Morgen das Chaos in seinem Büro entdeckt. Er alarmiert die Polizei, eine Streife kommt, dann die Kripo. Beeindruckt erzählt Weber, wie akribisch die Beamten alles untersucht hätten. „Ich habe richtig Respekt vor den Polizisten“, sagt er im Rückblick, sie seien unerhört gründlich gewesen.

„Freund und Helfer“

Eine professionelle Einbrecherbande, vermuten die Fachleute, habe zugeschlagen, wohl auch in der Annahme, in dem Gebäude wohne keiner. Sie kümmerten sich auch um das geschockte Opfer, beruhigten ihn. Fritz Weber ist jedenfalls sehr dankbar. „Die Polizei, dein Freund und Helfer, das hat wirklich gestimmt“, sagt er.

Bei ihm habe sich der Schreck erst mit ein, zwei Tagen Verspätung bemerkbar gemacht: „So einen Einbruch hatte ich bisher noch nicht erlebt.“ Die Angst werde er sicher so schnell nicht los.

Wie soll man sich wehren? „Am besten gar nicht“, habe die Polizei gesagt.

Aber vielleicht demnächst ein Pfefferspray.

Für alle Fälle.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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