Beweise und Fluchtauto sichergestellt

Nach Explosion in Fritzlar: Polizei hat Bunker-Bande gefasst

Beweismaterial liegt der Polizei vor: Nicht nur diese Gegenstände, sondern auch das  Fluchtfahrzeug wurde sichergestellt.
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Beweismaterial liegt der Polizei vor: Nicht nur diese Gegenstände, sondern auch das  Fluchtfahrzeug wurde sichergestellt. Auf dem Bild, das die Polizei der Presse zur Verfügung gestellt hat, sieht man unter anderem verbotene Waffen.

Nach der Explosion im ehemaligen Bundeswehr-Bunker in Fritzlar sind die mutmaßlichen Täter gefasst. Es handelt sich um eine ganze Bande.

Die Polizei hat drei Männer und drei Frauen zwischen 25 und 26 Jahren aus Schauenburg (Landkreis Kassel) und Heringen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ermittelt. Da keine Haftgründe bestanden, wurden alle sechs wieder auf freien Fuß gesetzt, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Kassel und der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Einbruch in Fritzlarer Bunker: Schwarzpulver sollte verkauft werden

Am Dienstag hatten die Frauen und Männer gegen 21.40 Uhr versucht, in fünf ehemalige Munitionsbunker der Bundeswehr bei Rothhelmshausen einzubrechen. Sie wollten die Tore mit einem Akkuflexgerät und einem Motortrennschleifer öffnen und die dort gelagerten Feuerwerkskörper auf Schwarzpulverbasis im Wert von mehreren Tausend Euro stehlen. Das erbeutete Schwazpulver wollten sie nach Angaben der Polizei später weiterverkaufen. Bei dem Versuch, ein doppelwandiges Stahltor mit einem Trennschleifer aufzuschneiden, gab es vermutlich einen Funkenflug, wodurch die Pyrotechnik in dem Bunker in Brand geriet und explodierte. Bei der Explosion wurde das Stahltor herausgesprengt.

Video: Der Tag danach - das Ausmaß wird sichtbar

Die Druckwelle war so groß, dass bei dem in etwa zehn Meter Entfernung abgestellten Fluchtauto die Heckscheibe in den Innenraum katapultiert wurde. Der Schaden wird von der Polizei auf 80.000 Euro geschätzt. Zudem haben die mutmaßlichen Täter Pyrotechnik im Wert von 5000 Euro gestohlen.

Nach Explosion in Fritzlar: Mann gestand Tat

Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden bereits am Mittwoch ein Verdächtiger festgenommen und Beweise sichergestellt. Der 25-Jährige gestand die Tat. Bei Durchsuchungen bei weiteren Verdächtigen hat die Polizei Abschussrohre, Zündsteuerungen und Schwarzpulver sowie das Fluchtfahrzeug, einen VW Golf, gefunden. Das Beweismaterial und das Fluchtfahrzeug wurden sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht.

Bei einem mutmaßlichen Mittäter wurden zudem Mobiltelefone, verschiedene verbotene Waffen, Schreckschusspistolen und etwa 70 Kilo „Polenböller“ sichergestellt. Die Ermittlungen insbesondere zu den fabrikneuen Mobiltelefonen, den Polenböllern, sowie zu den aufgefundenen Waffen dauern nach Angaben der Kriminalpolizei an.

Die Männer und Frauen erwartet nun Strafverfahren wegen Einbruchdiebstahls, fahrlässiger Brandstiftung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

Explosion im ehemaligen Bundeswehr-Bunker in Fritzlar

Quelle: HNA

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