Plane liegt auf Fachwerkhaus

Nach Brand müssen Experten in Spangenberg ran

Wurde beim Brand beschädigt: Der Dachstuhl des Fachwerkhauses in der Spangenberger Langen Gasse ist nach dem Feuer zerstört. Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Spangenberg. Wenigstens ist es schon wieder dicht: Auf dem zerstörten Dach des Spangenberger Hauses, in dem es im Juli brannte, liegt nun eine dicke Plane.

Der Notbehelf soll den Regen abhalten und so dafür sorgen, dass nicht noch weitere Schäden an dem Gebäude entstehen, berichtet Ordnungsamtsleiter Helmut Rahm.

Die Lange Gasse ist mittlerweile nicht mehr gesperrt, der Verkehr rollt wieder durch die schmale Straße. Das Haus ist aber noch eingerüstet, zurzeit untersuchen Gutachter, Statiker und Architekten die Schäden, die durch den Brand und durch das Löschwasser entstanden sind.

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Wie groß die sind, sei zurzeit noch nicht absehbar: "Es ist noch nicht entscheiden, ob das Gebäude abgerissen werden muss", sagt Helmut Rahm. Die Stadt warte die Ergebnisse der Prüfungen und die Entscheidung des Eigentümers ab.

Für Rudolf Bahl von der Denkmalschutzbehörde des Kreises würde der Abriss einen großen Verlust darstellen. Das Haus, das aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, habe den Status eines Einzeldenkmals und sei wichtiger Teil der historisch reichhaltigen Spangenberger Altstadt. Die bezeichnet Bahl als "Anlage von herausgehobener Bedeutung".

Jetzt müssten qualifizierte Gutachten ans Werk und prüfen, wie groß die Schäden an der Substanz des Hauses seien. Fest stehe aber schon jetzt, dass der Dachstuhl unrettbar verloren sei. Und das sei ein großer Verlust, denn die Konstruktion habe viele Bearbeitungsspuren aus der Bauzeit aufgewiesen: "Damit sind viele Quellen- und Zeugniswerte verloren gegangen", sagt Bahl. Der nun komplett Dachstuhl habe an vielen Stellen den technischen Stand der damaligen Zeit deutlich gemacht.

Archiv-Bilder vom Brand

Feuer in Spangenberger Fachwerkhaus

Aber ganz gleich, welche Instandsetzungsarbeiten erfolgen sollen: "Erst muss ein fundiertes Gutachten auf den Tisch, bevor man die nächsten Schritte bei der Sanierung gehen kann", sagt der Denkmalschützer des Schwalm-Eder-Kreises.

Archiv-Video vom Brand

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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