Wehren im Altkreis retten immer wieder Tiere

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Im Pool gelandet: Im vergangenen Jahr rettete die Habichtswalder Wehr ein Pferd in Not. Das Tier hatte aus dem Pool getrunken und war dabei abgerutscht.

Wolfhagen/Bad Emstal/Habichtswald. Die Wolfhager Feuerwehrleute kennen sich aus mit Hunden, Katzen, Schweinen, Papageien und Pferden. „Bis zu drei mal im Jahr rücken wir zur Tierrettung aus“, sagt Pressesprecher Sebastian Swoboda.

Einen im Fuchsloch eingeklemmten Hund, wie den Foxterrier, der am Wochenende in Hertingshausen gerettet wurde, haben die Wolfhager noch nicht befreit - dafür gab es andere spektakuläre Fälle: Zum Beispiel das Pferd, das in Elmarshausen vor einigen Jahren in ein 70 mal 70 Zentimeter großes Loch einbrach.

Keine leichte Aufgabe für die Wolfhager Kernstadtfeuerwehr. Nach drei, vier Anläufen mit Muskelkraft und der Hilfe eines Traktors gelang es den Einsatzkräften dann, das Tier zu befreien. Der Tierarzt sprach von einem Wunder, das Pferd habe nur wenige Abschürfungen davongetragen.

Reh in der City

Im vergangenen Jahr trieb die Feuerwehr ein Reh durch die Wolfhager Innenstadt und fing es schließlich ein. Das Tier hatte sich verlaufen. Im Jahr vorher kippte der Anhänger eines Schweinetransporters mit 90 Tieren auf einem geteerten Wirtschaftsweg bei Niederelsungen. Ungefähr 30 der circa ein halbes Jahr alten Schweine, die zum Schlachthof ins thüringische Weimar gebracht werden sollen, überleben den Unfall nicht. Einige Tiere verendeten sofort, andere mussten vor Ort eingeschläfert werden. Die Feuerwehren aus Wolfhagen und Niederelsungen hatten alle Hände voll zu tun. Sie befreiten die im Anhänger verbliebenen Schweine. Oder sie fingen einen Papagei ein, der in Wolfhagen aus einem offenen Fenster geflüchtet war und auf einem Straßenbaum Zuflucht suchte.

Auch Katzen werden immer wieder von Bäumen oder aus einer anderen misslichen Lager befreit. In diesem Jahr war eine Katze in einem Fenster eingeklemmt.

Kosten für Tierhalter

„Wenn wir ausrücken, ist dies für den Tierhalter kostenpflichtig“, warnt Swoboda. Ein Einsatz mit der Drehleiter kann teuer werden. Ist die Drehleiter eine Stunde im Einsatz kostet dies 190 Euro. Dazu kommen mindestens drei Feuerwehrleute, für die jeweils ein Stundensatz von 24 Euro fällig wird, rechnet der Feuerwehr-Pressesprecher vor. Ein Pferd hat auch die Habichtswalder Feuerwehr im vergangenen Jahr gerettet. Auf einem Grundstück an der Dörnberger Laubachstraße war das Tier in ein altes Schwimmbecken gefallen. In der Nähe wurde gegrillt.

Da sich unter den Grillgästen zufällig Feuerwehrleute befanden, wurde schnell gehandelt: Weitere Kollegen der Dörnberger Wehr kamen vorbei. „Das Tier konnte sich nicht aus eigener Kraft aus der misslichen Lage befreien“, sagt Wehrführer Alwin Siebeneichner.

In Bad Emstal kommt Tierrettung eher selten vor, erklärt Gemeindebrandinspektor Andreas Kuntze. Wenn dann seien es Katzen, die vermeintlich nicht mehr von einem Baum herunter kämen.

Bevor man hier einen teuren Einsatz starte, warte man aber erstmal ab. „Meistens finden die selbst wieder nach unten.“

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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