Nach 15 Jahren Pause wird der Burghain durchforstet: Buchen bleiben verschont

Sammelplatz: Auf dem Festplatz vor der Alten Stadthalle werden die auf Länge geschnittenen Stämme gestapelt und später abtransportiert. Fotos:  Norbert Müller

Naumburg. Das Jaulen von Kettensägen hat für ein paar Tage die Ruhe im Naumburger Burghain, dem Waldgebiet oberhalb der Altstadt, verdrängt. Das Areal wird durchforstet. Angst um die großen, bis zu 200 Jahre alten Buchen muss man aber nicht haben.

Die Forstarbeiter haben es vor allem auf die Kiefern am nordwestlichen Hang abgesehen.

Der Burghain, erklärt Revierförster Peter Muster, ist in zwei Bereiche geteilt: Der mit den alten Buchen zur Stadt hin ist aus der Bewirtschaftung herausgenommen und wird also auch in der jetzt laufenden Durchforstung nicht angetastet. Der hintere Abschnitt in Richtung Netze und zum Kronberg ist normaler Wirtschaftswald. Hier stehen überwiegend Nadelbäume, vor allem Kiefern. Und hier wird gearbeitet.

„Vor gut 15 Jahren wurde in diesem Bereich zuletzt etwas gemacht“, sagt Muster. Was derzeit eingeschlagen wird, seien zu 80 bis 85 Prozent Kiefern, zehn Prozent mache der Fichtenanteil aus. Insgesamt werde man innerhalb von knapp drei Wochen 350 Festmeter Holz ernten und dabei die besten Bäume verschonen. Die Durchforstung bringe den verbleibenden Bäumen mehr Licht. Muster: „Die besseren Bäume werden noch besser“, bis sie irgendwann auch gefällt werden. Der Burghain sei für die Kiefer eindeutig der falsche Platz. „Die Kiefer ist da nicht standortgerecht.“ Sie sei etwas für schlechtere, sandige Böden. Am Berg oberhalb der Stadt, so Muster, „bringen Laubbäume viel mehr“.

Dass die Kiefer allerdings komplett ersetzt werden wird - durch Douglasie beispielsweise oder andere Laubholzarten - sei nicht zu befürchten. „Die Kiefer wird reduziert, aber sie wird es auch in 150 Jahren in Naumburg noch geben.“

Der Revierförster bezeichnet die Arbeiten im Burghain, der zum Naumburger Stadtwald gehört, als „ganz normale Hiebmaßnahme im Rahmen einer Durchforstung mit dem Ziel, dass sich der Wald qualitativ weiterentwickeln kann“. Dabei wird er aber auch modernen Arbeitsprozessen angepasst: Bislang existierten im Burghain keine Rückegassen. Jetzt gibt es diese Trassen, auf denen mit schwerem Gerät die Stämme zum Sammelplatz gebracht werden.

Einer, der auf den Gassen den ganzen Tag unterwegs ist, ist, ist Mark Walter aus dem Frankenberger Land. Er fährt einen der sogenannten Forwarder, einen 190 PS starken Rückezug, der extrem geländegängig und arbeitsbeschleunigend ist. Üblicherweise werden alle 30 bis 50 Meter solche Rückegassen angelegt, sagt er. Auf 70 Zentimeter breiten Reifen bewegt sich das Gerät am Hang, schafft auf der Gasse Fuhre um Fuhre mit frischem Holz auf den Parkplatz vor der alten Stadthalle.

Die Rückegassen werden dauerhaft im Burghain bleiben.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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