Per Rad nach Jerusalem: Angelo Bressan ist schon in Syrien

Homberg. Es läuft wie am berühmten Schnürchen: 3400 Kilometer hat Radfahrer Angelo Bressan binnen zwei Wochen auf seiner Tour nach Jerusalem zurückgelegt. Am 19. März erst ist der Homberger gestartet, und am Mittwoch will er die türkisch-syrische Grenze überqueren.

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Damit liegt Bressan nicht nur voll im Plan der Homberg-Jerusalem-Tour, sondern ist ihm sogar ein wenig voraus: Immerhin hat er nun schon mehr als Dreiviertel der Strecke hinter sich. Und das, sagt seine Frau Maria, bislang auch ohne jeden Zwischenfall.

Jagte den Jakobsweg lang

Der 50-Jährige ist ein durchtrainierter Fahrer, hat schon die abenteuerlichsten Touren hinter sich. So radelte er voriges Jahr binnen zehn Tagen von Homberg über den Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela.

Nach Jerusalem ist er zusammen mit seinem Kollegen Meinhard Rediske aus Marburg unterwegs und beide haben sich ein hartes Pensum auferlegt: 250 Kilometer legen die Radler zurück – am Tag. Bislang ohne Muskelkrämpfe, ohne Verletzungen, ohne Unfälle, berichtete er am Telefon seiner Frau Maria.

Angelo Bressan

Die Route durch Bulgarien und Rumänien sei anstrengend gewesen. Nicht, weil das Wetter schlecht war, sondern weil den Radlern dort so viel Elend und Armut begegnet sei.

Doch die Hoffnung, dass in der Türkei die Landschaft schöner, das Elend weniger und das Wetter besser würden, war eine trügerische. Die Fahrt durch die Türkei sei beständig von zwei Dingen begleitet worden: Von Regen und Gegenwind. Zwei Dinge, die dem Radfahrer an sich nicht allzu willkommen sind.

Doch seien die Menschen dort ungeheuer nett und neugierig auf die Sportler gewesen, berichtete Bressan: An allen Stellen, an denen sie hielten, hätten ihnen die Menschen einen Tee angeboten. Oder auch eine Übernachtung: Die Radler schliefen bisher fast nie in Hotels, sondern immer in Klöstern, Scheunen, gar Garagen.

Kein religiöses Motiv

Wie die Fahrt durch Syrien werde, sei aber noch fraglich, berichtete Maria Bressan, die sich Sorgen wegen der politischen Unruhen im Nahen Osten macht. Da könnte Gegenwind noch zum geringsten Problem werden. Ein religiöses Motiv haben die beiden Radler übrigens nicht. Ihnen geht es um die Herausforderung der 4244 Kilometer langen Strecke.

Am Gründonnerstag kommt Angelo Bressan heim. Nicht mit dem Rad, sondern mit dem Flugzeug. Dass er dann die Nase vom Radfahren voll hat, ist aber eher unwahrscheinlich. Mal sehen, welches Projekt der Homberger Eisdielenbesitzer sich als nächstes vornimmt. Vielleicht die Strecke Paris - Dakar. Das soll ja eine echte Herausforderung sein. Für Bressan wäre das aber wohl noch die Weichei-Variante. Wenn er wählen dürfte, dann wahrscheinlich Homberg-Dakar.

Quelle: HNA

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