Berufspraktische Weiterbildung für Schwerbehinderte der Neuen Arbeit Schwalm unterstützt bei der Suche nach dem Job

Nach der Krise neue Perspektiven

Neue Herausforderung: Pflegedienstleiter Heiko Gierse (links) und Jens Krafft. Fotos: prviat

Schwalmstadt. Sonja Illgen aus Neukirchen war über 40 Jahre Fleischereifachverkäuferin. Jetzt ist sie Alltagsbegleiterin für Demenzkranke. Jens Krafft, Gebäudereiniger, arbeitet seit kurzem im Seniorenzentrum Haus Wagnergasse in Treysa. Beide haben durch die berufspraktische Weiterbildung von Neue Arbeit Schwalm neue Jobs gefunden.

„41 Jahre habe ich an der Theke Fleisch und Wurst verkauft. Dann wurde das Geschäft insolvent und ich war gezwungen, mich arbeitslos zu melden“ erzählt die 59-jährige Sonja Illgen. Über das Jobcenter Schwalm-Eder konnte sie einen halbjähriger Kurs als Alltagsbegleiterin absolvieren. Eine Hüft-Operation brachte sie für eine längere Zeit aus dem Gleichgewicht, sie musste sich erneut arbeitslos melden. „Ich habe mit Hartz IV sehr ärmlich gelebt“ gesteht Illgen. Es trieb sie erneut zum Jobcenter, um nach einer Maßnahme zu fragen. Die „Berufspraktische Weiterbildung für Schwerbehinderte“ (BPW) wurde ihr angeboten. „Ich fand in dieser Gruppe die Stärkung, die ich brauchte, um mich erneut zu bewerben.“

„Neben den Lerninhalten Englisch, Mathematik, EDV, Arbeitsschutz und Kommunikationstraining ist es besonders wichtig, die persönlichen Interessen und Befähigungen aufzuspüren“, sagt Kursleiterin Magdolna Bezerèdy. „Durch Praktika haben unsere Teilnehmer die Möglichkeit, neue Arbeitsfelder kennen zu lernen“. Illgen wählte ihr Praktikum im Alten- und Pflegeheim Munk in Neukirchen und wurde Mitte August eingestellt. „Die Arbeit macht viel Spaß. Der fürsorgliche und herzliche Umgang mit den Menschen des Heims ist jetzt mein neuer Lebensinhalt.“

Jens Krafft war zwei Jahre arbeitslos. Er konnte seinen Job als Gebäudereiniger nicht mehr ausüben, sein Kreislauf ließ die Arbeit in großer Höhe nicht mehr zu. In der BPW von Neue Arbeit Schwalm fand er den Raum und die Unterstützung, seine Fähigkeiten neu zu entdecken.

„Meine Tochter lernte für die Prüfung zur Heilerziehungspflegerin. Die Inhalte, die ich sie abfragte, interessierten mich. Die Kursleiterin unterstützte mein Interesse und verschaffte mir ein Praktikum im Seniorenzentrum Haus Wagnergasse in Treysa.“

Krafft überzeugte sofort. Pflegedienstleiter Heiko Gierse stellte ihn nach Ablauf des Praktikums ein und bot ihm an, im Oktober nächsten Jahres eine Ausbildung zum Altenpfleger zu machen. Neben Illgen und Krafft konnten weitere drei Teilnehmer eine sozialversicherungspflichtige Arbeit finden. Die BPW für Schwerbehinderte von Neue Arbeit Schwalm wurde durch das Jobcenter Schwalm-Eder gefördert. Der sechsmonatige Kurs endet in diesem Monat. (jkö) HINTERGRUND

Quelle: HNA

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