Nach der Messerattacke: „Zivilcourage ist wichtiger denn je“

Der Tatort: Vor diesem Homberger Drogeriemarkt stach am Montagabend ein 14-Jähriger zwei Männer nieder und verprügelte die Ladendetektivin. Foto:  dpa

Homberg. Der Bruder der Ladendetektivin, die von dem 14-Jährigen angegriffen wurde, zollt den Helfern Respekt. Die beiden Männer, 39 und 47 Jahre alt, waren von dem Jugendlichen schwer verletzt worden.

Die 29-jährige Ladendetektivin, die der 14-Jährige am Montagabend verletzt hatte, befand sich am Dienstagnachmittag noch im Krankenhaus. Sie habe bei der Attacke schwere Prellungen, Hautabschürfungen und vor allem auch einen Schock erlitten. Das sagte ihr Bruder Enrico Olbrich unserer Zeitung.

Die junge Frau aus Wernigerode im Harz arbeitete am Montag eher zufällig in der Drogerie-Filiale. „Ladendetektive wechseln häufig den Einsatzort, damit sie immer unerkannt bleiben“, sagte Enrico Olbrich.

Eine solche Gewalt, wie sie die 29-Jährige vorgestern in Homberg erlebt habe, sei ihr in ihrem Beruf allerdings noch nicht begegnet. Dennoch bestehe kein Zweifel, dass sie ihn auch künftig ausüben wolle, sagte der 31-Jährige aus dem Harz der HNA.

Enrico Olbrich zollte den beiden Männern, die seiner Schwester zur Hilfe eilten, Respekt und Anerkennung. Er bedauert sehr, dass sie dabei selbst schwer verletzt wurden: „Wenn die beiden nicht so beherzt und anständig eingegriffen hätten - wer weiß, ob das Ganze nicht noch viel schlimmer ausgegangen wäre.“ Die Zivilcourage der beiden Homberger, betonte Olbrich, habe am Montag seiner Schwester vielleicht gar das Leben gerettet - der jugendliche Täter habe anscheinend in einer Art Kurzschlussreaktion gehandelt.

Olbrich, der ein Sicherheitsunternehmen in Wernigerode betreibt, hält den Beruf des Ladendetektivs für einen der gefährlichsten überhaupt. Doch es gebe keine Garantie, dass Gewalt nur an sozialen Brennpunkten auftrete: „Davor ist man weder in der Stadt noch auf dem Dorf gefeit.“ (bra)

Quelle: HNA

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