Nach Missbrauch: Ursulinen planen Leitlinien für Umgang der Lehrer mit Schülern

Schwalm-Eder. Die Fritzlarer Ursulinenschule erarbeitet zurzeit Leitlinien für den Umgang von Lehrern mit ihren Schülern. Hintergrund ist der Skandal um den sexuellen Missbrauch durch einen Prämonstratenserpriester in Fritzlar.

Zwar sind keine Vorfälle an der Schule selbst bekannt geworden, doch der inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilte Täter war dort lange als Schulpfarrer tätig. Die katholische Schule in Fritzlar hat nun ihren Lehrern eine Fortbildung angeboten.

Der evangelische Schulpfarrer Dr. Frank Lilie hatte Kontakt zu zwei Referentinnen aufgenommen, die nach Fritzlar kamen.

Pfarrer Frank Lilie

Viele Lehrer würden sich fragen, ob sie Signale des Missbrauchs übersehen hätten, sagt Lilie. Ähnlich wie bei einer Krankheit könne es aber sein, dass man einzelnen Symptome zwar sehe, aber nicht in den Gesamtzusammenhang einordne und so keine korrekte Diagnose stellen könne.

Besonders wichtig sei es, sensibel zu werden für den Umgang mit Schülern. „Wie nähere ich mich Schülern?“, „Wie spreche ich mit ihnen?“, seien wichtige Fragen. Dafür sollen die Leitlinien eine Hilfe sein, allerdings könnten nicht alle denkbaren Situationen damit abgedeckt werden.

Solche Regeln hält auch Claudia Fritz, Psychologin am Staatlichen Schulamt, für sinnvoll. Vieles sei aber selbstverständlich, zum Beispiel gemischtgeschlechtliche Lehrerteams zur Begleitung bei Klassenfahrten. Grundsätzlich tabu müsse für Lehrer das Betrachten nicht angekleideter Schüler sein und das Berühren von sekundären Geschlechtsmerkmalen, etwa der Brust.

Kinder könnten instinktiv meist gut unterscheiden, ob eine Berührung zärtlich-beruhigend oder sexualisiert sei.

Quelle: HNA

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