Kirchenkreis macht erste Erfahrungen mit neuem Gebäudemanagement

Nach neuen Wegen suchen

Dr. Gernot Gerlach

Wolfhager Land. „Wir sammeln erste Erfahrungen mit dem Gebäudemanagement, und wir machen neue Erfahrungen mit den knapp bemessenen Budgets für Kirche, Pfarrhäuser, Gemeindehäuser und Kindertagesstätten.“ Und dabei, so der Dekan des Kirchenkreises Wolfhagen, Dr. Gernot Gerlach, sei offensichtlich, dass das Geld, das zur Verfügung steht, nicht alle Notwendigkeiten und nicht alles Erwünschte abdecken werde: „Deshalb müssen neue Wege in den einzelnen Kirchengemeinden gefunden werden.“

Nachdem im Februar 2009 angekündigt worden war, dass die Landeskirche das neue Gebäudemanagement 2010 einführen werde, hat der Bauausschuss des Kirchenkreises Wolfhagen eine Arbeitsgemeinschaft (AG) gebildet, die einen Bedarfsplan erarbeitet. Gebäudezustand, Kosten, Nutzung und Perspektiven der weiteren Nutzung müssen darin enthalten sein. Später soll eine weitere AG sich speziell mit den Perspektiven auseinandersetzen. „Das ist ein anspruchsvolles Verfahren, und wir werden dafür mehr Zeit als vorgegeben benötigen.“ Das habe er, sagt der Dekan, der Landeskirche so auch mitgeteilt.

Klar sei auch, dass nach den von der EKKW festgelegten Kriterien im Kirchenkreis Wolfhagen ein Überangebot an Gemeindehäusern bestehe. „Wir müssen über eine gemeinsame Nutzung mit Vereinen und Kommunen nachdenken.“

Für die Sparmaßnahmen nennt Wilhelm Kniffert, Referatsleiter des Amtes für Baufinanzierung bei der Landeskirche, zwei Gründe: Viele Gemeindehäuser seien nur noch gering ausgelastet und die Unterhaltungskosten deshalb unangemessen hoch. Ein Umbau mit neuen Fenster und Türen, um Energie zu sparen, sei zu teuer. „Wir wollen erreichen, dass sich die Gemeinde zusammensetzen und neue Wege suchen.“

Genau das wird nun im Kirchenkreis Wolfhagen getan. „Es ist das Ziel, mit den weniger werdenden Mitteln so gut wie möglich mit den Gebäuden umzugehen.“ Und dies betreffe nicht nur die Gemeindehäuser, so der Dekan. Denn nach wie vor steht der Erhalt der Kirchen an oberster Stelle der Prioritätenliste, gefolgt von den Pfarrhäuser.

Erst auf Platz drei stehen die Gemeindehäuser, viele seien „aus eigener Kraft“, also mit erheblicher Eigenleistung, von den Kirchengemeinden errichtet worden. Sich möglicherweise von einer solchen Immobilie zu trennen, sei ein tiefer und schwer zu verkraftender Einschnitt. Foto:s Archiv/nh

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare