Katholische Christen im Landkreis freuen sich über die Wahl des neuen Papstes

Nach der Papstwahl: Freude über Franziskus

Schwalm-Eder. Kardinal Jorge Mario Bergoglio hatte wohl niemand im Schwalm-Eder-Kreis auf der Rechnung, als die Papstwahl lief. Jetzt heißt er Franziskus, und die Freude ist groß.

Dechant Jörg-Stefan Schütz (Fritzlar) hat am Fernseher mitgefiebert. Als weißer Rauch aufstieg, setzte er das komplette Geläut des Fritzlarer Doms in Bewegung, acht Glocken, von denen die größte Martin heißt.

Den Namen Franziskus findet der Dechant gut gewählt. Der Heilige Franziskus habe die Kirche mit seiner Armutsbewegung damals aus einer Krise geführt und sie wieder glaubwürdig gemacht. Das sei auch heute nötig, zumal in Deutschland. Gerade die Missbrauchsfälle hätten das Vertrauen in die Kirche erschüttert.

Auch der Militärpfarrer Achim Patton freut sich über die Wahl. Der Blick der päpstlichen Administration werde sich nun stark auf die 3. Welt richten, was Patton befürwortet. In Afrika und Südamerika gebe es ganz andere Probleme als in Europa: Armut, Krieg, Menschenrechte. Themen, die hier diskutiert würden, wie Zölibat und die Stellung der Frauen, seien dort nicht dominierend und könnten in den Hintergrund treten.

Auch Gemeindereferent Hubert Ziegler (Gudensberg) freut sich über Franziskus: „Der Name ist Programm.“ Der Heilige habe damals neuen Schwung in die Kirche gebracht, das erhoffe er sich auch jetzt. Die Lebendigkeit der lateinamerikanischen Kirche könne ausstrahlen.

Als der weiße Rauch aufstieg, hielt Pater Pasko OMI eine Messe in Neukirchen, wo sogleich ein zehnminütiges Glockengeläut die Nachricht untermalte. Er freue sich, „dass auch er als Jesuit ein Ordensmann ist“, sagte Pater Pasko (Ziegenhain). Gut sei auch, dass das Kirchenoberhaupt außerhalb Europas gefunden wurde, „in einem Land, wo das Herz der katholischen Kirche stärker klopft.“

„Die schnelle Wahl ist ein gutes Zeichen“, meint Bernhard Jagoda (Treysa, Katholikenrat des Bistums Fulda). Die, die den neuen Papst gewählt haben, hätten die Zeichen der Zeit erkannt. In diesen schwierigen Zeiten benötige Franziskus Unterstützung und Hilfe.

„Ich freue mich, dass es dieser Papst geworden ist“, sagt Martin Graefe (Pfarrgemeinderat Melsungen und Guxhagen und Katholikenrat). Mit dem Versprechen, sich für die Armen einzusetzen, habe sich Franziskus eine große Verantwortung auferlegt. „Ich habe große Hoffnungen, dass der Papst weitere Veränderungen in der Kirche bewirken kann.“ Ein wichtiger Punkt sei die Abschaffung des Pflichtzölibats.

Pfarrer Erich Peter Kiel (Kirchengemeinde Spangenberg) beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der lateinamerikanischen Befreiungstheologie. „Das ist eine geistvoll-glückliche Wahl und sehr klug für die Zukunftsentwicklung der Kirche.“ Er habe direkt nach der Papstwahl viele Anrufe „vom jungen Volk aus der Gemeinde“ bekommen. Sie hätten Hoffnungen auf Veränderungen.(ciß/jul/aqu/ode)

Quelle: HNA

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