Nach Querelen: Spangenberger SPD-Fraktion ohne Führung

Spangenberg. Die Spangenberger SPD-Fraktion ist führungslos. Der Fraktionsvorsitzende Karlheinz Brede hat sein Amt niedergelegt. Der Grund: inhaltliche Differenzen innerhalb der Fraktion.

„Es fehlt häufig der gemeinsame Nenner“, sagt der Spangenberger und spricht von „Einzelinteressen“. Die Fraktion sei eine heterogene Vereinigung und gespalten in verschiedene Untergrüppchen. Das Fass zum Überlaufen habe für Brede die Abstimmung zur Wiederkehrenden Straßenbeitragssatzung gebracht. „Das ist ein klassisches sozialdemokratisches Thema“, sagte Brede und kritisierte, dass die überarbeitete Version nur angenommen werden konnte, weil die CDU kurzfristig geschlossen dafür stimmte. „Das ist der Gipfel der Peinlichkeit.“

Auch die gespaltenen Diskussionen über das Verlegen von Stolpersteinen in Spangenberg kann der Jurist nicht nachvollziehen. „Das hat mich genervt.“

Karlheinz Brede

Ob der 63-Jährige gerne für das Amt des Spangenberger Bürgermeisters kandidiert hätte? „Ja, das hätte mich gereizt“, gibt er zu, „aber nur wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass die gesamte Partei hinter mir steht.“

Zeitgleich legte die Fraktionsgeschäftsführerin Inge Drössler aus Elbersdorf ihr Amt nieder. „Es gab keinen Zusammenhalt mehr in der Fraktion“, kritisierte sie. Dass nach der Abstimmung über die Wiederkehrende Straßenbeitragssatzung der SPD-Vorstand von Fraktionskollegen „öffentlich bloßgestellt wurde“, kann sie nicht nachvollziehen. „In so einer Fraktion fühle ich mich nicht mehr wohl.“ Sie werde ihr Mandat in der Stadtverordnetenversammlung für die SPD weiterhin wahrnehmen.

Auch das Amt eines der beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden ist bis auf weiteres vakant: Volker Jakob aus Pfieffe trat zurück. Begründung: Er will vom Stellvertreter nicht auf den Vorsitzendenposten wechseln. Diesen Posten habe er jahrelang innegehabt: „Es müssen junge Leute mit neuen Ideen rankommen.“

Wie er die Situation in der Fraktion beurteilt? „Es hat geknirscht und ein bisschen Knatsch gegeben“, sagt der 67-Jährige, „aber das beruhigt sich wieder.“ Dafür sei er lange genug im Geschäft, um das beurteilen zu können.

Der zweite stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Dr. Ralf Hillwig, aus Elbersdorf, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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