„Können wir so nicht verkraften“

Nach Sanierung der Kurfürstenstraße in Wolfhagen: Eine Bilanz der Geschäftsleute

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Der Verkehr rollt wieder, zumindest bis zum nächsten Bauabschnitt: Ab April gehen die Bauarbeiten weiter, und auch dann sollen Herkulesmarkt, Sonnen Apotheke und die anderen Geschäfte in der Kurfürstestraße gut zu erreichen sein. 

Wolfhagen. Als die Kurfürstenstraße nach fast halbjährigen Sanierungsarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben wurde, war das für die anliegenden Geschäfte beinahe so etwas wie eine vorzeitige Bescherung.

 „Ja, uns ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Sandra Kraatz vom Blumenhaus an der Kurfürstenstraße/Ecke Worthstraße, die nun mit den bunten Weihnachtssträußen und Adventskränzen in ihrem Laden wieder um die Wette strahlt. Zwar hatte sie das Glück, mit ihrem Geschäft unmittelbar vor der Baustelle zu liegen, hatte dennoch mit nicht unerheblichen Umsatzeinbußen zu leben.

„Ich müsste lügen, würde ich sagen, dass ich es nicht gemerkt hätte“, so die Floristin. Zwar seien die Sommermonate generell schlechte Zeiten in ihrer Branche, durch die Baustelle seien sie aber noch mal deutlich schlechter gewesen. „Der Durchgangsverkehr hat einfach gefehlt, Menschen, die einfach mal spontan anhalten und eine Kleinigkeit mitnehmen.“ Mit Zeitungsannoncen und über Facebook habe sie versucht, gegen die Kundenflaute anzugehen, das sei zumindest eine gewisse Hilfe gewesen.

„Die Bauzeit war zu lang“, sagt Kraatz, und spricht Katja Eichel, Stationsleiterin der wenige Meter entfernten BFT-Tankstelle, aus dem Herzen. „Wir haben gut und gerne eine hohe sechsstellige Literzahl Benzin weniger verkauft“, sagt sie. „Das war unterm Strich schon grenzwertig für uns.“ Dass sie nur zufällig, und das auch noch wenige Tage vor Baubeginn, von der Straßensperrung erfahren habe, sei ein zusätzliches Problem gewesen. „Wir konnten im Vorfeld gar nicht richtig reagieren“, bemängelt sie und hat deshalb schon jetzt für den nahenden zweiten Bauabschnitt das Gespräch mit der Stadt Wolfhagen gesucht:„Die Straßen- und Umleitungsbeschilderung muss dann unbedingt besser laufen, sonst sehe ich schwarz.“

Hanna Schubert von der Sonnen Apotheke ist denselben Weg gegangen und hat schon jetzt Kontakt zu den Bauverantwortlichen aufgenommen. „Wenn es im April mit dem zweiten Bauabschnitt weiter geht, werden wir dennoch gut und barrierefrei zu erreichen sein“, sagt die Apothekerin optimistisch, die bei allem Ärgernis dennoch auch Positives erlebt hat, nämlich die Treue ihrer Kunden: „Einige sind diese Woche tatsächlich mit alten Rezepten gekommen, haben gewartet, bis sie uns wieder gut erreichen konnten.“ Das sei natürlich in den allermeisten Fällen so nicht möglich, und deshalb hoffe sie, dass im kommenden Jahr, wenn die Baustelle direkt vor ihrer Tür eingerichtet wird, alles ein wenig runder läuft, und das fange schon bei einer besseren Beschilderung an. „Noch mal können wir das so jedenfalls nicht verkraften, schließlich können wir unser Personal nicht einfach nach Hause schicken, wir haben ja auch eine soziale Verantwortung.“

Quelle: HNA

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