Nach Unfall: Anwohner kritisieren gefährliche Situation am Gensunger Cheddarplatz

Viel Verkehr: Anwohner Heinz Siegel ist schon lange besorgt wegen der Verkehrssituation am Fußgängerüberweg am Gensunger Cheddarplatz. Foto: Féaux de Lacroix

Gensungen. Bei einem Unfall am 21. Oktober am Gensunger Cheddarplatz wurden zwei Fußgängerinnen verletzt. Danach haben uns viele Zuschriften von Lesern erreicht. Sie beklagen die gefährliche Situation an dem Fußgängerüberweg. Die Polizei sucht jetzt nach einer Lösung.

Kopfschüttelnd sieht Heinz Siegel den Autos und Lastwagen hinterher, die an ihm vorbeibrausen. Der 72-Jährige wohnt an der Bundesstraße 253 in Gensungen. „Viele fahren hier zu schnell“, kritisiert Siegel. Da sei es kein Wunder, dass es zu Unfällen komme.

Das sagt die Polizei: 

Ein Unfallschwerpunkt sei der Fußgängerüberweg am Gensunger Cheddarplatz nicht, sagt der Leiter der Melsunger Polizeistation Gerd Kümmel: „Von einem Unfallschwerpunkt sprechen wir nur dann, wenn innerhalb eines Jahres am selben Ort drei Unfälle mit demselben Hergang und derselben Ursache vorkommen.“

Dennoch habe die Polizei das Problem am Cheddarplatz „auf dem Schirm“, sagt Kümmel. Bevor man aber etwas dagegen unternehmen könne, müsse man erst die Ursache der Unfälle feststellen. „Wir müssen eine Woche lang die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge messen“, erklärt Kümmel. Dann könne man zum Beispiel feststellen, ob nur zu bestimmten Uhrzeiten zu schnell gefahren werde, und dann entscheiden, welche Lösung am besten sei - etwa eine Tempo-30-Zone oder Geschwindigkeitskontrollen.

So wie am 21. Oktober: Ein Autofahrer hatte zwei Fußgängerinnen angefahren, die die Straße am Zebrastreifen überqueren wollten. Die beiden Frauen wurden bei dem Unfall verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. „Musste es erst soweit kommen?“, fragt Siegel.

Er erlebe es häufig, dass Autos mit hohem Tempo auf den Zebrastreifen zu fahren: „Da weiß man dann schon, der bremst im Leben nicht.“ Doch der Fußgängerüberweg werde häufig von älteren Menschen auf dem Weg zu einer der Arztpraxen und Kindern auf dem Weg zum Kindergarten genutzt, die heranrasenden Autos nicht ohne Weiteres ausweichen könnten.

Siegel wünscht sich, dass mehr für die Sicherheit der Fußgänger an dieser Stelle getan wird - etwa, indem auf der B 253 eine stationäre Radaranlage aufgestellt wird. Das hatte Siegel bereits im September 2008 in einem Brief an den Magistrat der Stadt Felsberg gefordert. „Die Bundesstraße wird teilweise als Dorfautobahn angesehen“, schrieb Siegel in seinem Brief und fuhr fort: „Das kann von uns Anliegern nicht hingenommen werden“. Doch eine Reaktion auf sein Schreiben habe er nie erhalten. Heinz Siegel ist nicht der einzige, dem die Situation am Fußgängerüberweg Sorgen bereitet. Auch Anwohner Kurt Karpenstein (68) sagt: „Das ist extrem, was hier los ist.“ Nachts seien viele Fahrzeuge mit 80 bis 100 Stundenkilometern unterwegs - obwohl innerorts nur 50 km/h erlaubt sind.

Stationärer Blitzer gefordert 

„Wir hätten an dieser Stelle gern eine stationäre Radaranlage“, sagt Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz. Dafür müssten jedoch bestimmte Kriterien erfüllt werden - bislang habe man der Stadt nicht in Aussicht gestellt, dass an dieser Stelle ein stationärer Blitzer möglich sei. Eine Alternative wären mobile Blitzer, die dann aber häufig eingesetzt werden müssten, sagt Steinmetz. Vorerst habe man auf der B 253 am Ortsausgang Richtung Rhünda, etwa 200 Meter vor dem Fußgängerüberweg, Hinweistafeln mit Smileys angebracht. Diese zeigen an, ob ein Autofahrer zu schnell unterwegs ist - blitzen aber nicht.

Das aber nütze wenig, sind Heinz Siegel und Kurt Karpenstein überzeugt: „Hier gehört ein stationärer

Blitzer hin.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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