Mieter und Hausbesitzer zahlen bis zu 20 Prozent mehr

Nach dem Winter droht der Heizkosten-Schock

Wolfhager Land. Die kalte Jahreszeit ist endlich vorbei. Aber Mieter und Hauseigentümer werden sie so schnell nicht vergessen: „Wir schätzen, dass die Heizkosten um bis zu 20 Prozent steigen“, sagt Ester Tiedtke, Geschäftsführerin des Mieterbundes Nordhessen. Je nach individuellem Heizverhalten könnten die Kosten sogar noch höher ausfallen.

Der Winter war nicht nur länger, sondern auch kälter als im Vorjahr. Bemerkbar macht sich das in Privathaushalten genauso wie bei Kommunen und Firmen. So ist der Energieverbrauch der Kreisklinik Wolfhagen im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent gestiegen, erklärt Inga Eisel, Pressesprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding, zu der die Kreisklinik gehört.

Der Landkreis Kassel hatte für das Jahr 2013 mit 3,3 Mio. Euro Heizkosten für seine Gebäude kalkuliert. „Diese Prognose muss um zehn Prozent angehoben werden“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Dennoch sei der Verbrauch vermutlich niedriger als 2012. Das liege daran, dass die energetische Sanierung zweier Schulen 2012 abgeschlossen worden sei.

Profitiert vom langen Winter haben die Heizöllieferanten. „Wir haben im ersten Quartal etwa 15 bis 20 Prozent mehr Heizöl verkauft als im Vorjahr“, erklärt Maik Viereck vom LBE Brennstoffhandel Balhorn. Mittlerweile habe sich die Nachfrage aber wieder beruhigt.

Bei der Raiffeisen Warenzentrale Kurhessen-Thüringen in Wolfhagen stieg der Absatz in der Region um 30 Prozent. Zum Vergleich: In gesamt Kurhessen stieg er im gleichen Zeitraum um acht Prozent. Besonders hoch war die Nachfrage laut Mitarbeiter Edgar Markus im März.

Trösten dürfte die Kunden, dass das Heizöl zurzeit günstig ist. Bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern kostet Heizöl aktuell etwa 0,83 Cent pro Liter. Ob die Preise weiter fallen kann man laut Markus nicht sagen. (jus/bal/chr/mex) ZUM TAGE, SEITE 3

Quelle: HNA

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