Die 32 Mitarbeiter der Firma Dietz bauen erstklassige Imbisswagen, Karussells und Schausteller-Geschäfte

Nach Wunsch bis ins letzte Detail

Erfolg auf der Münchner Wies‘n: Zum Beispiel das „Lach- und Freuhaus“ stammt aus Ziegenhain.

Schwalmstadt. Bei der Firma Fahrzeugbau Dietz in Ziegenhain kommt nichts von der Stange, nahezu jedes Geschäft, das die Firma verlässt, ist eine Sonderanfertigung, individuell, nach etlichen Kundengesprächen und Skizzen.

Wer durch die Glasscheibe in die Produktionshalle schaut, meint, es müsste im Inneren nach Popcorn und Bratwurst duften und eine Glocke die Gäste zum Einsteigen animieren, doch tatsächlich riecht es nach heißem Eisen. Denn die Firma fertigt Schausteller-Geschäfte: Verkaufswagen, Karussells und Laufgeschäfte wie sie aktuell unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest stehen.

Geschäftsführer Andreas Dietz (51) und seine Mitarbeiter planen, konstruieren und bauen auf dem Gelände in Ziegenhain die perfekte Illusion, riesige Kolosse für Volksfest, Kirmes und Rummelplatz. 18 bis 25 Geschäfte verlassen die Hallen pro Jahr, 32 Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt. „Die Lieferzeit für ein individuelles Schausteller-Geschäft beträgt etwa ein Jahr“, erklärt Dietz. Es gebe zwar Grundbauten, aber letztlich werde jede noch so kleine Veränderung detailliert mit jedem Kunden abgesprochen, „und wenn es die genaue Bestimmung des Rottons ist“.

In dritter Generation

Das in dritter Generation geführte Unternehmen hat einen hervorragenden Ruf in der Branche: Kunden aus Deutschland und angrenzenden Ländern schätzen die handwerklich gefertigten Unikate aus der Schwalm. „Vieles läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Das ist die beste Werbung“, sagt Dietz.

Von der ersten Idee, einer Handskizze, über die maßstäbliche Zeichnung, den Bauplan bis hin zur Fertigung inklusive einer aufwändigen Fassadengestaltung und des Kulissenbaus wird in der Firma alles aus einer Hand realisiert. Das erfordert enge Abstimmung mit den Kunden: „Die Einflussnahme ist heute größer als vor zehn Jahren. Jedes Detail muss abgestimmt werden“, sagt Dietz.

Das liege aber auch daran, dass sich die technischen Möglichkeiten um ein Vielfaches erweitert hätten. Die Technik muss regelmäßig gewartet werden: Für drehbare Teile ist der TÜV zuständig, für fliegende Bauteile wie an Karussells gibt es eine Bauabnahme, und zwar auf jedem neuen Platz, wo der Schausteller sein Geschäft aufbaut.

Treue in der Branche

Andreas Dietz kennt die Branche von der Pike auf. Mit 17 stieg er in den väterlichen Betrieb ein. „In der Schausteller-Branche gibt es wenige Aussteiger, meist wird der Betrieb an die jüngere Generation weitergegeben.“

Alle Geschäfte aus dem Hause Dietz erkennt der 51-Jährige zweifelsfrei wieder, ganz gleich, wie alt sie sind. So entdeckte er etwa auf dem Oktoberfest einen Wagen aus dem Jahr 1979: „An den konnte ich mich genau erinnern. Er wurde gefertigt, bevor ich Konfirmation hatte. Kurz vor der Auslieferung bin ich noch darauf herum geklettert.“

WEITERE ARTIKEL

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare