Kindergartenbesuch

Zehn Kommunen zahlen dieselben Pauschalen

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An einem Tisch: Unser Archivbild zeigt im inzwischen geschlossenen Kindergarten Seigertshausen von links Leo Schölling, Franziska Block, Joel Luckhardt, Malik Ögretmen und Gianluca Monaco.

Schwalmstadt. Die Kommunen im südlichen Schwalm-Eder-Kreis sind dabei, sich auf einen einheitlichen Kostenausgleich für die Betreuung von Kindern in Nachbargemeinden zu einigen.

Damit werden die Ausgleichzahlungen zwischen ihnen auf ein Niveau gebracht, berichtete Bürgermeister Dr. Gerald Näser (Schwalmstadt).

Hintergrund: Besucht ein Kind aus der Gemeinde A einen Kindergarten oder Hort in der Gemeinde B, verlangt diese von der Heimatkommune des Kindes einen Kostenausgleich, denn die Gebühren, die die Eltern für ihr Kind zahlen, decken die Kosten des Trägers nicht. Der öffentliche Betrieb von Kindertagesstätten ist immer defizitär, laut Bürgermeister Näser kostet jeder Platz für ein über dreijähriges Kind rund 350 Euro pro Monat.

Bislang erhoben die Kommunen Ausgleichzahlungen nach ihrer eigenen Kalkulation, das soll sich jetzt ändern. Die Pauschale, die Heimatgemeinden für den Kindergarten- oder Hortbesuch beim Nachbarn zahlen, soll künftig 125 Euro betragen (Ganztagesbetreuung 225 Euro). Der Pauschalbetrag für Kinder unter drei Jahren ist je 25 Euro höher. Immer wieder ziehen es Eltern vor, ihre Kinder in einer anderen als ihrer Wohngemeinde zur Betreuung anzumelden, zum Beispiel, weil sie dort ihren Arbeitsplatz haben oder geeignetere Betreuungszeiten- oder Angebote vorfinden.

Einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gibt es übrigens nur in der eigenen Gemeinde, nicht am Wahlort, betonte Näser.

Bekannt wurde zuletzt das Beispiel einer Reihe von Eltern aus Neukirchen-Seigertshausen. Sie haben nach der Schließung ihres eingruppigen Kindergartens im Sommer angekündigt, ihre Kinder nicht in einen anderen Kindergarten innerhalb Neukirchens zu schicken (HNA berichtete). Ihre Wahl fällt wahrscheinlich auf die Einrichtung im Nachbardorf Frielendorf-Obergrenzebach. Diese beiden Orte bilden auch eine Kirchengemeinde. Für Neukirchen bedeutet das, für jedes Kind aus Seigertshausen an Frielendorf zahlen zu müssen. (aqu)

• Eingebunden in das Abkommen sind Frielendorf, Gilserberg, Neukirchen, Neustadt, Oberaula, Ottrau, Schrecksbach, Schwalmstadt Schwarzenborn und Willingshausen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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