Trauer- und Hospiznetzwerk bietet ab 13. Februar neues Trauercafé in Ziegenhain an

Die Nachfrage besteht

Angebot: Das Trauer- und Hospiznetzwerk vertreten durch (von links) Pfarrerin Margret Artzt, Gerta Barth, Beate Göring und Dr. Reinhard Trolp qualifiziert und steht Trauernden bei. Foto: Schittelkopp

Schwalmstadt. „Die Nachfrage ist da“, sagte Gerta Barth, stellvertretende Vorsitzende des Trauer- und Hospiznetzwerks im Schwalm-Eder-Kreis. Galt die Trauer lange Zeit als Tabuthema, stellen sich zunehmend Menschen diesem schweren Gefühl. Aus diesem Grund stellt das Trauer- und Hospiznetzwerk ab 13. Februar gemeinsam mit dem Ziegenhainer Kirchenkreis auch in Schwalmstadt ein Trauercafé auf die Beine.

Ein Schwalmstädter hatte sich bei dem Netzwerk gemeldet, so entstand die Idee neben Neukirchen, Wabern und Felsberg-Melsungen nun auch in Ziegenhain solch ein Trauercafé anzubieten. Geleitet werden die Gruppen von Ehrenamtlichen. Dort kommen Menschen zusammen, die trauern oder trauerten. „Sie können soviel erzählen, wie sie wollen, oder einfach nur schweigen“, sagte Gerta Barth.

„Es findet ein gesellschaftlicher Wandel statt – nun wird über Trauer gesprochen.“

Dr. Reinhard Trolp

„Es findet ein gesellschaftlicher Wandel statt – nun wird über Trauer gesprochen“, betonte Dr. Reinhard Trolp, Vorsitzender des Netzwerks. Dies befürwortet der Mediziner. Denn dadurch, dass Menschen über ihre Gefühle sowie Empfindungen sprechen und mit ihrer Trauer arbeiten, beugen sie Krankheiten wie Psychosen und Depression vor.

Den Vorteil der Trauercafés sieht Vorstandsmitglied und Pfarrerin Margret Artzt darin, dass Trauernde dort Menschen vorfinden, die ihre Erfahrungen und Empfindungen teilen. „Sie treffen jemandem, dem es genauso geht.“ Das Trauer- und Hospiznetzwerk möchte zukünftig auch Trauerkurse anbieten, in denen die Menschen lernen können, mit diesem Gefühl umzugehen und zu arbeiten.

Die Ehrenamtlichen des Netzwerks und der Cafés haben alle bereits Erfahrungen mit Trauer gemacht. So auch Krankenschwester Beate Göring. „Meine eigene Biografie hat mich zu dieser Tätigkeit geführt“, sagte sie. Nun unterstützt sie andere Trauernde.

„Qualifikation ist in diesem Ehrenamt sehr wichtig“, sagte Dr. Trolp. Diesem Anspruch kommt das Netzwerk nach: „Nahe sein in schwerer Zeit“ – so lautete der Titel der Fortbildung zur Vorbereitung von Ehrenamtlichen in der Trauerbegleitung. Mehr als ein Jahr lang hatten elf ehrenamtlich tätige Frauen an der Fortbildung teilgenommen. Beate Göring und Gerta Barth leiteten den Kurs.

Die Frauen können nun als Assistenz in einem Trauercafé oder der Betreuung von Einzelpersonen tätig sein. Ende des Jahres soll ein weiterer Kurs angeboten werden.

• Das erste Treffen des neuen Trauercafés findet am Donnerstag, 13. Februar, ab 15 Uhr statt. Treffpunkt ist die Festungsschule in Ziegenhain. Jeden zweiten Donnerstag im Monat wird das Café zukünftig angeboten.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare