Nachruf: Gilserberger Mediziner Dr. Joachim Klug im Alter von 67 Jahren gestorben

Verstarb am Dienstag im Alter von 67 Jahren: Dr. Joachim Klug war mehr als drei Jahrzehnte Landarzt und medizinischer Ansprechpartner im Gilserberger Hochland. Archivbild: Rose

Gilserberg. Der Gilserberger Allgemeinmediziner Dr. Joachim Klug ist am späten Dienstagnachmittag verstorben. Er erlag im Alter von 67 Jahren seinem Krebsleiden. Für die medizinische Versorgung im Gilserberger Hochland hat sich Dr. Klug bis zuletzt eingesetzt.

Das heute bestehende Gesundheitsnetzwerk wurde von dem Landarzt maßgeblich mit aufgebaut. Mehr als drei Jahrzehnte war er für die Gilserberger Hausarzt, Berater und Vermittler.

Als junger Landarzt kam Joachim Klug 1982 nach Gilserberg. Eine medizinische Infrastruktur gab es damals im Hochland nicht. Klug übernahm die Praxis von Hausarzt Dr. Handstein, der sich nach 35 Jahren in den Ruhestand verabschiedete. Nach der Praxisübernahme arbeitete der Landarzt vor allem am Aufbau einer besseren medizinischen Versorgung im Gilserberger Hochland. Denn seit Ende der 1960er-Jahre reduzierte sich die medizinische Infrastruktur auf einen Kassenarztsitz. Apotheke, Diakonisse und Zahnarzt gab es nicht mehr.

Die Patientenzahlen stiegen aber stetig an und waren dann 1983 die Grundlage für die Neueröffnung einer Apotheke. In den Folgejahren etablierte sich außerdem ein Pflegeteam, ein Pflegeheim entstand, ebenso Betreutes Wohnen und nicht zuletzt die Suchtnachsorgeeinrichtung. „Dr. Klug hatte daran einen großen Anteil - denn er hatte die Vision, die Kompetenz und die Kontakte, die für ein Gesundheitsnetzwerk nötig waren“, schrieb Dr. Jochen Führer, Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises im Vorwort des Buches „Kleine Geschichte zur medizinischen Versorgung im Gilserberger Hochland“, in dem Dr. Klug die Geschichte der medizinischen Versorgung in Gilserberg dokumentierte. In dem Buch berichtete Joachim Klug aus dem Leben eines Landarztes. Diesen Beruf zu ergreifen, sei immer sein großer Wunsch gewesen.

Eingebunden in Alltag

Allerdings sei es nicht immer einfach gewesen. Denn als Landarzt sei man komplett eingebunden gewesen in das Leben der Bevölkerung. Als Dr. Klug 2014 in den Ruhestand wechselte, übernahmen Nils Wagner-Praus, der schon viele Jahre zuvor in die Gemeinschaftspraxis mit eingestiegen war, und dessen Kollegin Marei Schoeller die Praxis.

Trotz seiner Krebserkrankung setzte sich Dr. Klug bis zuletzt für die medizinischen Belange im Hochland ein. Neben Altbürgermeister Lothar Vestweber war er Vorsitzender des Fördervereins Hospiz Kellerwald, das Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen soll.

Quelle: HNA

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