Stillstand gab es nicht

Nachruf: Heinrich Siebert war Schreinermeister und gründete namhafte Unternehmen

Ein Unternehmer par exellence: Heinrich Siebert ist gestorben.

Wasenberg. Als Seniorchef und Gründer der Firmen Siewa Möbel in Wasenberg sowie Polsterwelt 3000 und Primus Natura in Treysa nahm er bis ins hohe Alter am Firmengeschehen teil.

Kurz nach seinem 85. Geburtstag ist Heinrich Siebert zu Hause in Wasenberg im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen.

In Wasenberg war Siebert geboren und aufgewachsen, er erlernte das Schreinerhandwerk. Nach der Meisterschule im Odenwald gründete er schon 1955 in Wasenberg seine erste Firma, einen Innenausbaubetrieb mit angeschlossenem Möbelhandel.

Seine Frau Gisela unterstützte ihn tatkräftig, fünf Jahre nach der Hochzeit 1957 bauten sie ein neues Wohnhaus und ein vergrößertes Firmengebäude im Schulweg, neben Fenstern und Türen wurden nun auch Küchen produziert.

Im Schwalmstädter Industriegebiet Treysa-Nord erwarb Siebert 1972 ein großes Grundstück und errichtete die Siewa-Küchenmöbelfabrik. Das sei ein für damalige Verhältnisse ein ungewöhnlich mutiger Schritt gewesen, heißt es in einer Rückschau der Familie. Die dadurch in Wasenberg frei gewordenen Produktionsflächen baute er zum Siewa-Möbelhaus aus, in dem seine Frau Gisela über Jahrzehnte die Regie führte.

Siebert rastete nicht, 1985 erweiterte er das Fabrikgebäude und eröffnete im Anbau den ersten Primus-Möbelabholmarkt in Hessen, heute das Massivholzmöbelhaus Primus Natura.

1987 schließlich wandelte er die gesamte Küchenproduktion um, er gründete darin sein drittes Handelsunternehmen, die Polsterwelt 3000.

Fast zehn Jahre später fand die Übergabe der Unternehmen an die nächste Generation statt. Sieberts Devise sei gewesen: Zur rechten Zeit abgeben und nicht festhalten. Er legte die Verantwortung in die Hände seiner Töchter Ute und Elke.

Eingesetzt hat sich Siebert 1975 bis 1993 im Verwaltungsrat, dem Kredit- sowie Bauausschuss und im regionalen Beirat der Kreissparkasse Schwalm-Eder, wofür er 1988 mit der Dr. Johann-Christian-Eberle-Medaille ausgezeichnet wurde. Lange arbeitete Siebert im Einkaufsausschuss eines der größten Möbelhandelsverbände Deutschlands mit.

Wenn es seine Zeit zuließ, nahm er gerne am örtlichen Leben im Sport- und Männergesangverein teil. Als aktiver Sänger boten ihm die wöchentlichen Singstunden über Jahrzehnte eine willkommene Abwechslung. Schon früh hatte er das Klavier- und Orgelspiel beherrscht, musizierte gern zu Hause und war zeitweise Organist in der Wasenberger Kirche.

Als seine Frau im Jahre 2006 nach langer Krankheit gestorben war, zog er sich nach und nach aus dem öffentlichen Leben zurück. 

Quelle: HNA

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