Nachwuchs fürs Tierheim

Die Arbeit nimmt Tamara Weishaupt buchstäblich mit nach Hause: Ihre Pflegehündin Belinda begleitet sie rund um die Uhr. Foto: Féaux de Lacroix

Beuern. Das kreisweit einzige Tierheim in Beuern muss immer mehr Tiere versorgen - und braucht deshalb mehr Fachpersonal. Zum zweiten Mal bildet das Tierheim eine Tierpflegerin aus.

„Wir versuchen, Nachwuchs zu fördern“, erklärt Mandy Lindner, zweite Vorsitzende des Vereins „Ein Heim für Tiere“. Der erste Tierheim-Azubi Tim Lengemann arbeitet jetzt als Tierpfleger im Tierheim weiter.

Gute Übernahmechancen

Auch seine Nachfolgerin, die 21-jährige Tamara Weishaupt, habe gute Chancen, übernommen zu werden, sagt Mandy Lindner. Das hänge aber beispielsweise auch vom Spendenaufkommen ab. Denn das Tierheim finanziert sich in erster Linie über Spenden, und die Personalkosten könnte die Einrichtung ohne diese Unterstützung nicht stemmen.

Tamara Weishaupt hat ihre Ausbildung im Tierheim Anfang August begonnen. Zuvor hatte sie in der Einrichtung ein Jahr lang den Bundesfreiwilligendienst absolviert. Als Auszubildende trage sie nun mehr Verantwortung, sagt Weishaupt: „Zum Beispiel füttere ich die Katzen in der Quarantäne.“ In Quarantäne kommt jede Katze, die das Tierheim aufnimmt - so lange, bis der Tierarzt sie behandelt und geimpft hat. Die Arbeit im Tierheim sei für sie noch immer so spannend wie am ersten Tag, sagt Weishaupt. Besonders beeindruckt hat es sie, Babykatzen die Flasche zu geben: „Das werde ich nie vergessen. Es ist toll zu sehen, wenn die Kätzchen irgendwann die Flasche ausspucken und selbstständig fressen.“

Die 21-Jährige hat im Tierheim ihren Traumberuf gefunden. „Ich interessiere mich schon mein Leben lang für Tiere“, sagt Weishaupt, die bei ihren Eltern in Naumburg-Altendorf lebt. Dort ist sie mit Tieren aufgewachsen: „Meine Eltern halten Milchkühe, außerdem haben wir Hunde und Katzen“, erzählt sie. „Ich liebe Tiere über alles, deshalb möchte ich auch weiter mit ihnen arbeiten.“ Ihre Arbeit nimmt Weishaupt dabei im wahrsten Sinne des Wortes mit nach Hause: Seit Mai kümmert sie sich um Belinda, eine 14 Jahre alte Hündin, die wegen eines Hüftschadens zum Teil starke Schmerzen hat und nicht vermittelbar war. „Zum Teil war es eine Herausforderung, dass sie überhaupt etwas gefressen hat“, schildert die 21-Jährige. Weishaupt versorgt Belinda rund um die Uhr, der Hund übernachtet auch bei ihr in Naumburg. „Bei einem so intensiven Betreuungsbedarf sind wird dankbar, wenn unsere Mitarbeiter die Tiere auch mit nach Hause nehmen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Mandy Lindner.

„Meine Eltern musste ich davon erstmal überzeugen, weil sie selbst schon einen sehr alten Hund hatten“, erklärt Weishaupt. „Wir haben jetzt zuhause eine Seniorenresidenz für Tiere“, fügt sie hinzu und lacht.

Quelle: HNA

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