Schwalm prominent: Illustre Gästeschar im Gespräch mit Journalistin Petra Nagel

Aus dem Nähkästchen

In Plauderstimmung: Bernhard Jagoda, Rolf Hocke, Prinz Alexander I., Prinzessin Tina I., Gastgeberin Petra Nagel, Kati Werkmeister, Roswitha Aulenkamp und Katja Hack (von links). Foto: Rose

Ziegenhain. Zum Thema „Schwalm prominent“ hatte sich die Kasseler Journalistin Petra Nagel zu den vierten Schwälmer Museumsgespräche am Donnerstagabend illustre Gäste für ihre Gesprächsrunde eingeladen. Die Pianistin und Komponistin Roswitha Aulenkamp, die Köchin Katja Hack, den DFB-Vizepräsidenten Rolf Hocke, den früheren Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, und die Leiterin der Willingshäuser Kunsthalle Kati Werkmeister plauderten gut gelaunt vor 75 Zuhörern. Für hoheitlichen Glanz in der Runde sorgte das Treeser Prinzenpaar.

Den Tollitäten entlockte Nagel manches Geheimnis: Etwa, dass Prinz Alexander den Karneval quasi mitgeheiratet hat. Aber auch, dass bei Prinz und Prinzessin die Aufgaben klar verteilt sind: „Mein Mann schreibt die Reden, ich bin praktisch schmückendes Beiwerk“, erklärte Prinzessin Tina I.. Nicht nur schmückend, sondern auch lecker war der Inhalt der Gläser, die Köchin Katja Hack im Gepäck hatte. Zwölf Jahre lang zog die Kerstenhäuserin aus, um in Küchen rund um den Globus das Kochen zu perfektionieren. Dann stieg sie wieder in den kleinen Familienbetrieb ein. Ihre Idee: „Nicht das übliche Schnitzelprogramm, sondern schicke Landhausküche.“

Sich damit auf dem Land durchzusetzen, sei zäh: „Aber ich bin stur geblieben, und das zahlt sich langsam aus.“ Den Schwälmern servierte sie Kartoffelsalat mit Apfel und gebratener Blutwurst.

Über eine andere Leidenschaft, den Fußball, sprach Rolf Hocke. Die Frage nach der Faszination beantwortete er so: „Fußball verbindet, immerhin hat der Fußballbund 6,7 Millionen Mitglieder.“ Er finde es jedoch schade, dass dem Frauenfußball die große Akzeptanz bis heute fehle. Als Nagel fragte, ob er selbst noch aktiv sei, erklärte er: „Ich könnte höchstens noch Tischfußball spielen.“

Musikgeschichte der Frauen

Die Faszination von Musik begleitet hingegen Roswitha Aulenkamp. Die Ziegenhainerin interessiert sich besonders für die Musikgeschichte von Frauen.

„Ich habe drei Komponistinnenfestivals in Kassel organisiert, die weltweit beachtet waren“, erzählte sie. Beachtung fanden Roswitha Aulenkamps Kompositionen ab 1975 auch bei der documenta.

Die Schönen Künste begeistern auch Kati Werkmeister. Sie will die Kunsthalle in einer der ältesten europäischen Malerkolonien bekannter machen: „Ich möchte mit museumspädagogischen Angeboten Kindern den Zugang zur Kunst erleichtern und die Qualität der Ausstellungen verbessern.“

Bernard Jagoda erzählte von seiner Politkarriere, die 1955 im Rathaus Treysa begann: „Damals war ich Stift und gerade mal 1,48 Meter groß. Um an den Schreibtisch zu kommen, legte ich mir ein Sterbebuch auf den Stuhl.“

Aus dem schmächtigen Kerlchen wurde ein versierter Politiker, Mitglied des Bundestages und späterer Staatssekretär. Blüm als Chef? „Anstrengend“, sagte Jagoda. Und er selbst? „Wenn ich von den Mitarbeitern eine Flanke erwarte habe, habe ich sie auch vorgemacht.“ TERMINE

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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