Weiche Böden sorgen für Verzögerung bei Holzabfuhr

Nässe in Wolfhager Wäldern macht Hessen Forst Probleme

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Bewegt 100 Festmeter am Tag: Ein Klemmbankschlepper.

Wolfhager Land. Zu nass und zu warm. Die feuchte Witterung der vergangenen Wochen stellt Hessen Forst vor große Probleme.

Der Boden ist an einigen Stellen so weich, dass das geschlagene Holz nicht aus den Wäldern geholt werden kann. Das sagte jetzt Uwe Zindel, Forstamtsleiter in Wolfhagen.

„Das Holzrücken ist derzeit problematisch.“ Es werde in jedem Fall genau geprüft, ob die schweren Maschinen im Wald fahren können. Dass die Situation angespannt ist, veranschaulichen die Zahlen. In den Wäldern, für die das Forstamt Wolfhagen zuständig ist, werden üblicherweise pro Woche etwa 1500 Festmeter Holz gerückt. Derzeit ist es nur ein Drittel dieser Menge.

Das bekommen auch die Sägewerke in der Region zu spüren, die das nächste Glied in der Wirtschaftskette sind. Im Betrieb von Michael Decker in Volkmarsen werden die Holzreserven langsam knapp. Decker verarbeitet Buchenholz. Er stellt Brettware her, aus der Möbel und Spielzeuge gebaut werden. Pro Woche schneiden seine Maschinen 500 Festmeter Laubholz zu. In der ersten Woche des Jahres hat er aus den Forstämtern Wolfhagen, Vöhl, Diemelstadt und Burgwald nur 150 Festmeter erhalten, in der zweiten habe er die gewünschte Menge geradeso zusammenbekommen.

„Bald werde ich keinen Puffer mehr haben“, sagt Decker, der in den vergangenen 20 Jahren keine derart schlimme Situation erlebt habe. Dann werde zumindest den zehn direkt im Sägewerk beschäftigten Mitarbeitern die Arbeit ausgehen. Ihnen auf absehbare Zeit zu kündigen und sie bei besserer Auftragslage wieder einzustellen, sei keine gute Option. Der Arbeitsmarkt sei stark umkämpft, „dann sind meine Leute weg“. Und sie im Januar in den Urlaub zu schicken, werde auch nicht so gut ankommen.

Decker klammert sich an die Hoffnung auf besseres Wetter. Und das bedeutet in seinem Fall: Trockener Frost.

Quelle: HNA

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