Nahwärme vom Hof für die Nachbarn

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Warmes Wasser vom Nachbarn: Günther Bott und Wolfgang Schneider vor dem Wärmeverteiler, über den jetzt auch der Ferienhof Schneider mit warmem Wasser versorgt wird.

Heimarshausen. Während auf der politischen Weltbühne beinahe täglich über den Umgang mit regenerativen Energien diskutiert wird, ergreifen manche Menschen schon vor der eigenen Haustür die Initiative. Wie der Heimarshäuser Landwirt Günther Bott, der 21 Häuser und Einrichtungen im Ort mit Wärme versorgt.

Seit 2005 betreibt der 52-Jährige auf seinem Hof eine Biogasanlage, die mit natürlichen Rohstoffen Strom erzeugt. Die dabei angetriebenen Motoren erzeugen Wärme, die Bott speichert und über ein Nahwärmenetz an die benachbarten Haushalte weiterleitet, darunter auch das Dorfgemeinschaftshaus. Auch das Wasser des Heimarshäuser Freibades wird mit Botts Nahwärme beheizt.

Seit ein paar Tagen ist auch der Ferienhof Schneider an das Netz angeschlossen. Im vergangenen Jahr war mit dem Ausbau des Rohrnetzes begonnen worden, das jetzt fertiggestellt wurde. Teilweise verlaufen diese durch öffentlichen Grund.

Auf Heizöl verzichten

„Wir erwarten immense Ersparnisse“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Schneider. Die Kosten liegen im Vergleich zu Heizöl etwa bei zwei Dritteln. Wenn das Nahwärmenetz problemlos funktioniert, möchte der 45-Jährige langfristig komplett auf den Gebrauch von Heizöl verzichten. Für den Umbau hat er rund 20.000 Euro investiert. Ein sieben Kubikmeter großer Speicher in der Scheune soll als Puffer dienen, falls die Anlage einmal ausfallen sollte. „Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass unsere Gäste irgendwann plötzlich in der Dusche unter kaltem Wasser stehen“, sagt Schneider.

Der Hotelbetreiber hat derweil einen weiteren Grund zur Freude: Der Ferienhof wurde vom Internetportal Holidaycheck ausgezeichnet. 5,7 von 6 möglichen Punkten erreichte der Ferienhof. Ein Ergebnis, dass ausschließlich auf den Bewertungen ehemaliger Gäste basiert.

Quelle: HNA

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