Nur der Name bleibt: Traditionshaus Café Hahn wird interaktives Restaurant

Der neue Betreiber des Cafés: Cor van Leeuwen. Foto: Yüce/privat

Fritzlar. Nicht nur das ehemalige Café Hahn in Fritzlar wird derzeit auf den Kopf gestellt. Auch Cor van Leeuwen stellt sein Leben auf den Kopf: Ihn zog es von Holland nach Fritzlar, um in der Nähe seiner Tochter zu sein.

Dort wird der Unternehmensberater künftig als Gastronom arbeiten. Er ist der neue Betreiber des Café Hahn auf dem Marktplatz.

„Das einzige was bleibt, ist der Name“, sagt van Leeuwen. Doch selbst den müsse man eigentlich ändern: „In Café Hahn 3.0“, sagt er dann und lacht. Das, was er in dem Traditionshaus plane, gebe es im Umkreis noch nicht.

„Burgundisch gesund essen und leben und mit allen Sinnen genießen“, so das Motto von van Leeuwen. Er habe schon als Koch gearbeitet und Freude daran gehabt. „Als ich eines Tages in einem dieser Businesscenter saß, dachte ich, dass ich lieber kochen und zu meiner Tochter umziehen will.“ Gesagt. Getan.

Weltweit und ganz nah 

Interaktiv soll es in dem Café künftig zugehen. Deshalb wurden beim Umbau auch 25 Steckdosen gesetzt. Man soll sich aber in dem Café nicht nur virtuell verbinden. „Man sitzt sich gegenüber und kommt ins Gespräch“, sagt er. Die Welt sei so groß und er wolle die Menschen einfach näher heran holen. Mehr als das: Es soll Kochaktionen mit den Gästen geben, Vorträge und Lesungen, Künstler aus der Region können ausstellen, Musiker auftreten und überhaupt setzt van Leeuwen auf das Miteinander. „Das muss nicht großartig sein, alles ist Kultur und Kunst“, sagt van Leeuwen. „Wir teilen miteinander, was wir zu teilen haben.“ Wissen könne man teilen, Erfahrungen und Können. Dafür wolle er eine Plattform bieten. Unter anderem plant er, mit dem Kulturverein zusammenzuarbeiten.

Blick in die Vergangenheit: Das Café Hahn wie es einmal aussah.

Wichtig sei es ihm, mit den Bauern und anderen Anbietern aus der Region zusammen zu arbeiten. „Es wird jedenfalls nicht nur Bratwurst und Pommes geben.“ Mitten in der Baustelle, dort wo einst die Theke war, stehen große, gemütliche Sofas und gleich gegenüber lehnen riesige Stellwände mit Notizen an der Wand. Darauf stehen die Wünsche der Gäste. Was sie trinken und essen wollen, haben Baustellen-Besucher darauf notiert. Denn genau das will van Leeuwen von ihnen wissen. Holländische Pommes stehen da ebenso drauf wie Gemüsegerichte und Coq au Vin. Was die Kunden wollen, darauf werde er von Anfang an hören.

So eine bunte und offene Kombination finde man eher in Großstädten wie Amsterdam, sagt van Leeuwen. „Fritzlar hat aber solch eine Energie, dass es auch hier funktioniert“, betont er. Er wolle die Leute begeistern und spüre eine gute Energie in Fritzlar. „Das wird schön und lustig“, sagt der 55-Jährige.

Wichtig sei ihm vor allem die Gastfreundschaft. Die habe er in Fritzlar gefühlt und die wolle er auch weitergeben.

Eröffnen will er das Café Hahn am Samstag, 15. August. „Das ist meine Hoffnung“, sagt er beim Gang durch die Baustelle. „Es wird nicht gleich alles perfekt sein, wir müssen erstmal schauen, was bei den Leuten ankommt.“ Und wenn seine Ideen nicht ankommen, dann könne er das Konzept auch auf den Kopf stellen. Nur eines will er nicht: Das machen, was andere machen.

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Quelle: HNA

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