Erstmals wächst in der Region wieder eine Eichensaat – weniger Bäume, als erhofft

Natürliche Kinderstube

Kämpfen sich durch die Humusschicht: Forstanwärter Christoph Poley und Forstingenieur Michael Hickmann zeigen in der Schonung die in Reihe gesäten jungen Eichen. Trotz vieler Pflanzenreste des ehemaligen Waldbestandes sehen sie kräftig und vital aus. Foto: Hebeler

Moischeid. Erstmalig wurde im Staatswald bei Moischeid wieder eine Eichensaat gelegt. Revierförster Michael Hickmann von Hessenforst beschreitet damit neue Wege, denn bisher wurden Eichen stets als kleine Bäume gepflanzt.

Damit hatten die aufgeforsteten Flächen einen mindestens dreijährigen Vorsprung vor den Natursaaten. Hickmann möchte beweisen, dass die gesäten Eichen in den Folgejahren diesen Vorsprung einholen und obendrein auch kräftiger werden, da ihre Wurzeln nicht durch das Aus- und wieder Eingraben verletzt wurden.

Voraussetzung für sein Vorhaben war zum einen, dass es im vergangenen Jahr reichlich Eicheln gab und dass die Schonung frei geräumt war. Auf den vorgesehenen 4500 Quadratmetern wurden 50 Kilo Eicheln jeweils paarweise fünf Zentimeter tief in den Boden gelegt. Nach einem dreiviertel Jahr sind die Pflanzen nun etwa 15 Zentimeter hoch.

Leider seien nicht so viele aufgegangen, wie erwünscht, bedauerte der Forstexperte. Doch in den Lücken könne nachgepflanzt werden. Der Saatabstand wurde mit 50 Zentimetern bewusst sehr eng gewählt, sodass in den nächsten Jahrzehnten immer wieder Eichen als Brennholz ausgesucht werden können, erläuterte er.

Besonders interessant ist für den Revierförster aber, dass durch diese natürliche Art der Aufforstung weitere acht Laubbaumarten und drei Nadelholzarten dort aufwuchsen, deren Samen durch Wind oder Tiere dorthin gelangten. Die Pionierbaumarten wie Aspe, Birke und Weide dienen der jungen Eiche zunächst als Schutz vor Frost und Austrocknung.

Allerdings werden sie dann bald zu Konkurrenten und müssen zurückgedrängt werden, während Buche (auch Hainbuche), Kirsche, Bergahorn und Eberesche als Mischbaumarten an den Stellen bleiben können, an denen die Eiche nur unzureichend gekeimt hat, erklärte Hickmann. Gleiches gilt für die Nadelhölzer wie Fichte, Lärche und Kiefer. HINTERGRUND

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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