Ausgleich wichtig für Tierwelt

Natur am Elbe-Bach profitiert von Wolfhager Baugebiet 

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Neuer Seitenarm für die Elbe: Stephan Schmidt, bei der Stadt Wolfhagen zuständig für den Naturschutz, verspricht sich von dem Projekt eine Aufwertung des Bachs. Denn das ursprüngliche Bett der Elbe (rechts hinter den Bäumen) war bei Anlage der Fischteiche begradigt worden. Der neue Arm des Baches hat Kurven, was ihn als Lebensraum für viele Arten attraktiver macht.

Ippinghausen. Der Verbrauch von Grund und Boden im Wohngebiet Herderstraße 1 in Wolfhagen kommt der Natur im Langen Rod bei Ippinghausen zu Gute.

An der Elbe wurde eine naturnahe Ausgleichsfläche geschaffen. Wohngebiet gegen Naturschutz – dieser Ausgleich von Flächen ist wesentlicher Bestandteil aller Bauvorhaben auf kommunaler Ebene.

Der Elbe-Bach, der nur wenige Kilometer weiter talaufwärts entspringt, hat nun einen neuen Seitenarm bekommen. Der schlängelt sich in weichen Kurven auf knapp 100 Metern durch die Wiese und kommt trotz Eingriff des Menschen viel natürlicher daher, als das Ursprungsbett der Elbe, das vor einigen Jahrzehnten mit der Anlage der benachbarten Fischteiche begradigt worden war. Die Bachlandschaft ist aus Sicht Stephan Schmidts, im Wolfhager Rathaus zuständig für Naturschutzfragen, wertvoll. Nur wenige Meter weiter süd-westlich durchfließt die Elbe ein Flora-Fauna-Habitat und damit ein Schutzgebiet. Seltene Tiere wie der Schwarzstorch hätten im Langen Rod und angrenzenden Wäldern ihr Verbreitungsgebiet.

Das Bachneunauge, ein aalähnliches Wirbeltier, das biologisch gesehen aber kein Fisch ist, sei in dem Bach heimisch. Auch um für die Vertreter der stammesgeschichtlich sehr alten Art bessere Lebensbedingungen zu schaffen, habe man sich für die Aufwertung des landschaftlich reizvollen Tals entschlossen.

Heimat seltener Tiere: das Lange Rod mit der Elbe bei Ippinghausen.

Anderthalb Wochen lang haben Mitarbeiter des Bauhofes das Umfeld des Baches gestaltet. Neben dem Seitenarm ist auch ein Stillgewässer entstanden, von dem Schmidt hofft, dass es von Amphibien angenommen wird. Der Erdaushub wird beim Hochwasserschutz am Georgengraben zwischen Ippinghausen und Höhnscheid verbaut, der noch in diesem Jahr beginnen soll. Auf der Ausgleichsfläche werden noch Bachblumen und Blumen für Feuchtwiesen ausgesät.

Brutstätte für Eisvogel

Ferner soll ein kleiner Auenwald entstehen, dafür werden Eichen, Eschen und Schwarzerlen angepflanzt, die einen Übergang von der Wiese zum Wald schaffen sollen. In das Bachbett mit flachen und tieferen Bereichen wurden Steine und Baumwurzeln eingearbeitet, sie dienen kleinen Fischen als Unterschlupf. Am Ufer wurde ein fast senkrecht abfallender Vorsprung modelliert, wie ihn Eisvögel als Brutstätte nutzen.

Quelle: HNA

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