Willingshausen setzt Gewässerschutz-Auflagen der EU um

Gewässerschutz: Willingshausens Bürgermeister Heinrich Vesper (rechts) informierte sich kürzlich über den Stand der Bauarbeiten zur Verbesserung des Wassers an der Einmündung des Walsbaches in die Alte Schwalm. Foto: privat

Willingshausen-Loshausen. Die naturgerechte Entwicklung und Sanierung der Gewässer rund um Willingshausen gewinnen an Gestalt.

In den vergangenen Jahren haben der Wasserverband Schwalm und die Gemeindeverwaltung erste Sanierungen umgesetzt und Firmen mit weiteren Renaturierungsaufgaben beauftragt, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Willingshäuser Rathaus.

Das Ziel  

Ziel der naturgerechten Gewässerumgestaltung ist die Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustands, die der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) genügt. Demnach ist ein Abbau der Sohlenabstürze, Wehre und sonstigen Bauwerke zwingend erforderlich, da sie Wanderhindernisse für Fische und Kleinstlebewesen sind, die in den Gewässern leben.

Schutz vor Hochwasser 

Ein positiver Nebeneffekt, der sich aus der Verbesserung der ökologischen Situation ergibt, ist eine bessere Hochwasser-Abfuhrleistung bei kleineren Hochwasser-Ereignissen.

Bessere Vernetzung

Auf Initiative der Gemeinde Willingshausen werden in den nächsten Wochen im Bereich der Einmündung des Walsbaches in die Alte Schwalm Arbeiten zur Verbesserung der Gewässerstruktur und der Vernetzung der Walsbachaue mit dem Fließgewässer umgesetzt, heißt es weiter.

Die weitere Entwicklung soll anschließend den eigenen Kräften des fließenden Wassers überlassen werden. Dadurch würde sich mit der Zeit ein reich strukturierter Bachlauf bilden.

Bauarbeiten bis August 

Die Bauarbeiten hat der Gemeindevorstand öffentlich ausgeschrieben und bereits im Frühjahr an die Firma Giebel Tief- und Straßenbau aus Eiterfeld vergeben. Die Arbeiten sollen bis August abgeschlossen werden. Die Betreuung der Bauarbeiten obliegt der Ingenieurgesellschaft Wagu aus Kassel. Für die fachliche Betreuung ist Schwalm-Eder Kreis verantwortlich.

Die Kosten 

Die Kosten für die Renaturierung belaufen sich auf 82 300 Euro. Das Land Hessen übernimmt mit rund 65 800 Euro 80 Prozent der Kosten. Zudem erhält die Gemeinde Willingshausen durch den Wasserverband Schwalm einen Zuschuss von zehn Prozent, sodass bei der Gemeinde ein Eigenanteil in Höhe von etwa 8200 Euro verbleibt.

Ausblick

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten wird von der Gemeinde Willingshausen ein weiterer ökologisch umgestalteter Gewässerabschnitt frei gegeben. (dag)

Das sagt der Bauamtsleiter 

... zu den Zielen:

„Das Ziel der Gewässer-Richtlinie der Europäischen Union ist, den Wasserzustand von Bächen und Flüssen ökologisch zu verbessern“, sagte Peter Wahl, Bauamtsleiter der Gemeinde Willingshausen.

... zur EU-Richtlinie: 

„In der Richtlinie werden verschiedene Schutzmaßnahmen benannt, die Kommunen verpflichtet, sie umzusetzen. Dies gilt aber erst für Flüsse und Bäche ab einer bestimmten Größe. In der Großgemeinde betrifft das die Schwalm, die Antreff, die Steina und die Grenff.“

Quelle: HNA

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