Rohrköppel bei Oberelsungen - auf 2,4 Hektar gibt es seltene Pflanzen und Tiere

Naturschützer pflegen Kleinod

Naturerbe Rohrköppel: Naturschützer in Oberelsungen pflegen das Areal. Auf dem kleinen Foto ist eine seltene Türkenbundlilie zu sehen. Fotos:  Reinhard/nh

Oberelsungen. „Naturerbe Rohrköppel“ - so bezeichnen die Mitglieder der Gruppe Oberelsungen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ihr größtes Schutzgebiet. Dieses Areal wurde jetzt gezielt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dank der Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, die knapp 6000 Euro aus der Naturschutzausgleichsabgabe zur Verfügung gestellt hatte, wurde eine Fläche von 2,4 Hektar für den Naturschutz erworben. Weitere Unterstützung erhielten die Naturschützer durch die Arbeitsförderungsgesellschaft des Landkreises (Agil), die 2009 den wertvollen Kalkmagerrasen entbuscht und somit für mehr Pflanzenvielfalt gesorgt hatte. „Durch den Ankauf des Schutzgebietes und den Einsatz unserer aktiven Mitglieder können wir den nächsten Generationen ein Stück Natur erhalten und sind zufrieden und stolz, einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung biologischen Vielfalt geleistet zu haben“, erklärt der Vorsitzende der Oberelsunger Gruppe, Markus Dietrich.

Die bewaldete Kalkkuppe - 355 Meter hoch gelegen - mit Magerrasen, angrenzenden Blumen- und Streuobstwiesen, Baumreihen und Hecken bilden einen vielfältigen Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Der NABU betreut das Gebiet, das schon seit 1990 zum Teil als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen ist, seit 20 Jahren. So wurden bereits seit 1992 eine Streuobstwiese und Hecken angelegt. Die Wiesen werden naturschonend durch Mahd und Nachweide und durch Schafe gepflegt.

Durch den Blütenreichtum habe sich das Gebiet besonders gut für Tag- und Nachtfalter entwickelt, so die Naturschützer. Botanisch seien mit geflecktem Ferkelkraut, weißem Waldvöglein, Bienenragwurz und Türkenbundlilie auch einige Kostbarkeiten aufzuweisen. Von den Vogelarten ist der Neuntöter neben den typischen Heckenvogelarten wie Grasmücken und Goldammer Brutvogel.

Turmfalke, Rotmilan und Raubwürger werden regelmäßig als Nahrungsgäste beobachtet.

In den nächsten Jahren ist neben den notwendigen Pflegearbeiten auch eine Bestandserfassung der Tier- und Pflanzenarten des Schutzgebietes vorgesehen.

Enttäuscht seien die Oberelsunger NABU-Aktiven von den Komunalpolitikern, die eingeladen waren, aber „durch überwiegende Abwesenheit wenig Interesse am ehrenamtlichen Naturschutz zeigten“, heißt es weiter in der Presseerklärung. (red/awe)

Quelle: HNA

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