Naturschützer richten Nistplatz im Trafohäuschen ein

Hotel für Vögel und Fledermäuse: Jürgen Holland-Letz zeigt Detlef Schwierzeck, Uwe Knierim und Thomas Keil (von links) eine Brutmöglichkeit. Foto: Rose

Niedergrenzebach. Bis vor einem Jahr liefen in der Niedergrenzebacher Turmstation die Strippen der Freileitungen zusammen. Nach dem Abbau ist dort ein Hotel für Vögel und Fledermäuse entstanden.

Jürgen Holland-Letz, Mitglied des Arbeitskreises Schwalm-Eder der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), stellte das Projekt jetzt vor. Mit dabei waren Thomas Keil, Leiter des Eon-Regionalzentrums Mitte, Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck und Uwe Knierim, Schreinermeister beim Bauhof.

Die Idee einer weiteren Nutzung der Station entstand bei einem Ortstermin: „Die benachbarten Landwirte wiesen darauf hin, dass viele Schwalben die Leitungen als Ruheplatz nutzten“, sagte Keil. Deshalb habe man die Station nicht abgerissen, sondern der Stadt überlassen, die wiederum einen Nutzungsvertrag mit der HGON schloss. Das Geld, das die Eon für den Abbruch gespart hat, wurde den Naturschützern zur Verfügung gestellt - sie kümmern sich um die Pflege. Zu einem Vogelhotel umgebaut wurde zunächst der rückwärtige Teil des Turms: Uwe Knierim hat mehrere Holzebenen eingezogen, einen Nistplatz für Schleiereulen gezimmert und Einflug- sowie Ruhemöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen. „Bereits zwei Mal brütete hier eine Eule, zog jeweils drei und vier Junge groß“, erläuterte Holland-Letz. Der nächste Schritt ist nun, Ersatz für die Oberleitungen zu schaffen. Hierfür hat Uwe Knierim Winkel geschweißt, die über drei Seiten an den Außenwänden der Turmstation befestigt und mit Seilen durchzogen werden. „Außerdem soll es an der Nordseite einen Dachkasten mit Kammern für Mauersegler geben“, erklärte Holland-Letz. An der Südwand sei ein Insektenhotel geplant. Dies soll künftig in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen gehegt und gepflegt werden. Die Ansicht der Turmstation soll ebenfalls nach und nach verschönert werden: Efeu und andere Rankgewächse wurden bereits gepflanzt.

Die Gäste freuten sich besonders über das Engagement der Niedergrenzebacher. „Natur braucht ihre Ruhe und die scheint sie hier auch zu finden“, sagte Keil. Eon unterstütze gern den Natur- und Umweltschutz. In den vergangenen zwei Jahren wurden allein im Bereich des Regionalzentrums Mitte 325 000 Euro in den Vogelschutz investiert. (zsr)

Quelle: HNA

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