„Das ist fast wie ein Grab“

Naturschützer wollen Schutz für kleine Tiere an neuer Straßenrinne

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Wollen eine Veränderung am neuen Bauwerk: Die Umweltschützer Udo Sakowski (links) aus Niederurff und Georg Rath aus Bad Zwesten befürchten, dass Kleintiere in die Rinne fallen und dort verenden.

Bad Zwesten. Die neue Straße nach Niederurff, die zum Schutz der Heilquelle in spezieller Ausführung gebaut wird, ist im ersten Abschnitt bald fertig. Aber dennoch sind nicht alle zufrieden mit der Ausführung.

Der Niederurffer Udo Sakowski hat schwere Bedenken wegen der Rinne, die an der Straße unterhalb der Quelle verläuft. „Als ich das sah, traute ich meinen Augen kaum“, sagt der Naturfreund. Sakowski befürchtet, dass vor allem kleine Tiere wie Igel, Frösche, Salamander oder Hasen in der 36 Zentimeter tiefen und 500 Meter langen Rinne landen und verenden, weil sie nicht über den hohen Rand klettern können.

In der Rinne soll sich das verschmutzte Wasser aus dem oberen Bereich sammeln und abgeführt werden. Wasser von der Straße soll auf keinen Fall in das Erdreich sickern, es könnte verunreinigt sein.

Sakowski will das nicht akzeptieren. „Das kann für die Tiere zum Grab werden,“ sagt er. Bei starken Regenfällen könnten sie weggespült werden.

Mit Schotter füllen

Er schlägt vor, eine Drainage zu legen und die Rinne mit Schotter zu schließen, damit die Tiere nicht hinein fallen können. Genau hinter der Heilquelle befinde sich ein Biotop mit See, viele kleinere Tiere seien dort unterwegs. Auch der Naturfreund Georg Rath in Bad Zwesten unterstützt das Anliegen. Wenn das Wasser den Abhang der Straße herunter laufe, könnten die Tiere dort in dem Morast verenden. Sakowski ist erbost: Seines Wissens nach war bei der Baubesprechung nur von einer halbrunden Rinne die Rede.

Die Freunde sind nicht gegen den Ausbau der Straße, nur gegen die Ausführung, Öl sei seines Wissen nie in dieser Gegend ausgelaufen.

Die Straße war vor dem Umbau eng. Nun sei sie verbreitert worden. Das könne zum Rasen verleiten. Die Unfallgefahr könne sogar zunehmen, meinen beide Männer.

Bürgermeister Michael Köhler verweist auf das Land Hessen, das Träger der Straße sei, die Gemeinde daher nicht für die Planung verantwortlich. Horst Sinemus von Hessenmobil, sieht in der Rinne kein Problem. Sie führe nur bei Niederschlägen Wasser. Die Naturschutzbehörde sei bei der Planung umfassend informiert und beteiligt worden.

Die Rinne müsse so tief sein, damit die berechnete Menge an Wasser abfließen könne, ohne in das Grundwasser zu gelangen, was dem Schutz der Quelle diene und vorrangiges Ziel war.

Quelle: HNA

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