Willi Schütz stellte Buch „Die Kalkkuppen bei Winterscheid“ in der Kreissparkasse vor

Naturschutz mit Weitsicht

Bilden Flora und Fauna des Hochlandes ab: Willi und Therese Schütz (von links) mit ihrem 108-seitigen Werk und Laudator Dr. Klaus Lambrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Foto: Rose

Ziegenhain. Die Augen öffnen, sehen lernen, weiter geben – so beschreibt Dr. Klaus Lambrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises, den Antrieb von Willi und Therese Schütz. Das Ehepaar aus Winterscheid engagiert sich seit Jahrzehnten im Naturschutz. Jetzt hat sich für den 66-Jährigen und seine Frau ein großer Wunsch erfüllt: Willi Schütz hat sein erstes Buch veröffentlicht. Dazu gibt es in der Kreissparkasse Ziegenhain eine begleitende Ausstellung mit Fossilien und gemalten Bildern. Am Donnerstagabend wurden Buch samt Ausstellung präsentiert. Mehr als 70 Gäste scharten sich in der Schalterhalle. Neben Forschungsergebnissen aus dem Hochland lauschte das Publikum auch dem Liedermacher Rainer Barth. Die Laudatio hielt Dr. Klaus Lambrecht.

Es sei der Themenmix, der das Buch so spannend mache, sagte Dirk Siemon, Leiter der Marktdirektion Schwalm. Man erfahren viel über Erdgeschichte, Kalkabbau und Orchideen und stelle fest: „Das alles ist ein Naturwunder und eine Bereicherung für das Hochland.“ Lambrecht erklärte: „Die Schützes sind schuld daran, dass ich nicht mehr unbefangen durch den Kreis fahren kann.“

Doch warum sei Naturschutz so wichtig? Der oberflächliche Beobachter sehe ihn wohl eher als Hemmnis für den Fortschritt.

„Willi Schütz kann sich rühmen, in der heimischen Naturpflege Maßstäbe gesetzt zu haben.“

Dr. Klaus Lambrecht

Die Botanikerin Otti Williams habe fünf Argumente für Naturschutz formuliert. „Der Mensch hat eine ethische Verpflichtung und die Pflicht, auf Leben zu achten, weil er über Sein oder Nichtsein aller Arten entscheidet“, erläuterte Lambrecht. Auch aus wissenschaftlicher Sicht sei Naturschutz enorm wichtig, weil er Gegenstand von Forschung sei. Auch in Zukunft müsse man ungestörte Lebensräume studieren können. Hinzu komme ein ganz pragmatischer Ansatz: „Naturgüter müssen für unser Leben erhalten werden. Auch in Zukunft werden Pflanzen pharmazeutisch und technologisch von Bedeutung sein“, sagte der Experte. Natur sei Ausgleich und Anregung und trage zur Identitätsbildung des Menschen bei. Wie Kunstwerke auch sei Natur unbedingt erhaltenswert.

Wie das gelinge, wisse Willi Schütz wie kaum ein anderer. Er vertrete eine Naturschutzpraxis, die ihresgleichen suche. Schon mit 17 habe er einen Naturschutzring gegründet, er setzte Akzente im Vogelschutz. „Schütz kann sich rühmen, in der heimischen Naturpflege Maßstäbe gesetzt zu haben“, sagte Lambrecht. Der Winterscheider sei Gründungsmitglied der Botanischen Vereinigung Gießen, habe im Naturschutzbeirat des Kreises gewirkt sowie Einfluss auf Behördenentscheidungen genommen. Neben dem Ehrenbrief des Landes Hessen bekam Schütz den Paul-Dierichs-Preis und den Ehrenpreis für beispielhaftes Bürgerengagement. Das Schutzgebiet der Winterscheider Kalkkuppen habe durch ihn europäische Bedeutung und Beachtung gefunden. 

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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