Am Marktplatz

Bad Nauheim: Feuer bei Polizei und Stadtarchiv! Polizei bestätigt Ursache - Hoher Schaden

In Bad Nauheim hat das Gebäude der Polizei an Silvester gebrannt.
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In Bad Nauheim hat das Gebäude der Polizei an Silvester gebrannt.

Für die Wetterauer Polizei hat das Jahr 2020 heftig begonnen: Das Gebäude, in dem sich in Bad Nauheim der Polizeiposten und das Stadtarchiv befinden, stand in Flammen.

Update, 2. Januar 2020: Nach dem verheerenden Brand in der Hauptstraße Bad Nauheim hat die Polizei bisherige Vermutungen zur Brandursache bestätigt. Demnach löste eine Silvesterrakete das Feuer aus. 

Gegen 0.30 Uhr am frühen Neujahrsmorgen hatten Zeugen das Feuer gemeldet. In dem Gebäude befindet sich auch der Polizeiposten und das Stadtarchiv. 

Dank dem Einschreiten der Feuerwehr konnte das Feuer schnell eingedämmt werden. Der entstandene Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Teile des Dachs und ein Zimmer im Dachgeschoss wurden durch den Brand beschädigt. Darüber hinaus entstanden Schäden durch das Löschwasser. Die Beamten des Polizeipostens konnten am heutigen Tag ihre Arbeit ohne Einschränkungen aufnehmen.

Bad Nauheim: Polizei sucht Zeugen nach Brand in Stadtarchiv

Die Kriminalpolizei in Friedberg, Tel. 06031-601-0, sucht in diesem Zusammenhang noch Zeugen. Wer konnte vor der Brandentstehung gegen Mitternacht am Marktplatz / in der Hauptstraße Beobachtungen in diesem Zusammenhang machen?

Das Dachgeschoss des Hauses, in dem sich Polizeistation und Stadtarchiv befinden, stand in der Neujahrsnacht in Flammen - vermutlich war ein Böller die Ursache.

Erstmeldung, 1. Januar 2020: Für die Bad Nauheimer Feuerwehr hat das Jahr 2020 mit einem Großeinsatz begonnen: Das Gebäude, in dem sich der Polizeiposten und das Stadtarchiv befinden, stand in Flammen. Bei den dreistündigen Löscharbeiten gab es einen Leichtverletzten, Teile des Stadtarchivs wurden durch Wasser beschädigt. Als Brandursache wird eine Silvesterrakete vermutet, die Diskussion über ein Feuerwerk-Verbot in der Innenstadt dürfte neue Nahrung erhalten.

Das neue Jahr war nur 34 Minuten alt, die Silvesterknallerei in vollem Gange, als die Feuerwehr alarmiert wurde. An der Ecke Hauptstraße/Mittelstraße gegenüber dem Marktplatz schlugen Flammen aus dem Dachstuhl des Gebäudes, in dem Polizei und Stadtarchiv ihren Sitz haben. Personen waren nicht im Haus, da der Polizeiposten nachts unbesetzt ist. Einsatzleiter Wolfgang Löffler ließ den Brand mithilfe der Drehleiter bekämpfen. Zudem schickte der stellvertretende Stadtbrandinspektor mit Atemschutz ausgerüstete Feuerwehrleute ins Haus.

Bad Nauheim: Brand bei Polizei – Feuer schnell unter Kontrolle

Die fünf Einsatztrupps hatten das Feuer, das sich über eine Gaube auf einen Raum des Dachgeschosses ausgebreitet hatte, schnell unter Kontrolle. Sie verhinderten vor allem eine Ausdehnung auf den zweiten Stock des Hauses, in dem wesentliche Teile des Stadtarchivs untergebracht sind, und auf die Nachbargebäude. Die Archivdokumente wurden allerdings durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb trugen Einsatzkräfte Akten in trockene Räume. Mit Industrie-Saugern wurde das Wasser so gut wie möglich entfernt.

Nach Angaben Löfflers waren 40 Feuerwehrleute aus der Kernstadt, Nieder-Mörlen und Steinfurth mit neun Fahrzeugen an den Einsatzort geeilt. Sie benötigten drei Stunden, um Flammen und Glutnester zu löschen. Gegen 4.30 Uhr rückten die letzten Einsatzkräfte ab. Vor Ort waren zudem Polizeistreifen und Rettungswagen. Ein Feuerwehrmann zog sich bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen zu.

"Wir gehen stark davon aus, dass eine Silvesterrakete abgeschossen wurde und den Dachstuhl in Brand gesetzt hat", sagte ein Polizist am Neujahrsmorgen gegenüber der WZ. Allerdings werde es schwierig sein nachzuweisen, wer die Rakete abgeschossen habe (siehe dazu den unten stehenden Artikel). Die Polizei sprach von erheblichen Sachschäden, die im sechsstelligen Bereich liegen dürften.

Bad Nauheim: Brand bei Polizei – Keine Archivbestände verbrannt

Stadtarchivarin Brigitte Faatz verschaffte sich am Mittwochmorgen in Begleitung eines Polizeibeamten einen ersten Überblick. "Ich kann noch nicht sagen, welche und wie viele Dokumente durchnässt sind", sagte sie auf WZ-Anfrage. Die Bestände des Archivs werden nicht nur im zweiten Stock, sondern auch im Dachgeschoss gelagert. Dieser Teil des Dachstuhls stand allerdings nicht in Flammen, deshalb verbrannten keine Akten. Faatz wird ihren Urlaub abbrechen und am Donnerstag mit zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung über die weitere Vorgehensweise sprechen. Dabei wird es nicht zuletzt darum gehen, wie die von Löschwasser betroffenen Bestände gesichert werden können, zumal im Haus zurzeit weder Strom noch Heizung funktionieren. "Bei ähnlichen Vorfällen wurden durchtränkte Archivalien erst mal eingefroren, um ihren Verfall zu verhindern", sagte Faatz. Vorübergehend habe sie darüber nachgedacht, durchnässte Dokumente im Gefrierraum der Metzgerei Tuppi unterzubringen.

Nach Aussage der Stadtarchivarin dürften die Schäden nicht so schlimm sein wie befürchtet. Sie hofft, dass keine Unterlagen für immer verloren gehen, zumal die geplante Digitalisierung der Bestände noch nicht begonnen hat. Großes Lob spendete Faatz der umsichtigen Vorgehensweise der Feuerwehr, die sich des Werts der Dokumente bewusst gewesen sei und in der Brandnacht so schnell wie möglich Schritte zu deren Rettung unternommen habe.

Faatz zufolge ist das Stadtarchiv seit 2004 an der Ecke Hauptstraße/Mittelstraße untergebracht. Die Bestände umfassen etwa 750 laufende Archivmeter.

Bad Nauheim: Brand bei Polizei ist „dramatischer Vorfall“

Von einem "dramatischen Vorfall" sprach Bad Nauheims Erster Stadtrat Peter Krank am Neujahrsmorgen in einer ersten Reaktion auf den Brand im Gebäude, das von Polizei und Stadtarchiv genutzt wird. Krank hat zurzeit Urlaub, wurde aber von der Einsatzleitung über die Vorgänge auf dem Laufenden gehalten. Der Erste Stadtrat geht davon aus, dass die Diskussion über ein Feuerwerk-Verbot in Innenstädten durch den Brand weitere Nahrung erhält. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Feuer im Krefelder Zoo, bei dem fast alle Affen ums Leben kamen. Im Vorfeld der Silvesternacht hatte es in Bad Nauheim einige kritische Stimmen zur Knallerei gegeben (WZ vom 30. Dezember).

Innerhalb weniger Jahre hat es in der Silvesternacht zwei Mal in der Altstadt gebrannt, zum zweiten Mal ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine Silvesterrakete Ursache des Feuers. Dabei gilt nach den Bestimmungen des Sprengstoffgesetzes ein Feuerwerk-Verbot in Bereichen mit Fachwerkhäusern, die in der Altstadt weit verbreitet sind. Ob die Rakete, die den aktuellen Brand vermutlich ausgelöst hat, tatsächlich in der Altstadt gezündet wurde, dürfte sich allerdings kaum feststellen lassen.

In der Silvesternacht 2012/13 war in der Schulstraße, ebenfalls Teil der Altstadt, ein Fachwerkhaus Opfer der Flammen geworden. Damals hatte es einen schwerstverletzten Bewohner gegeben. Die Ursache konnte nie endgültig geklärt werden, vieles deutete aber auf einen Feuerwerkskörper hin. Zum Jahreswechsel 2016/17 brannte es in der Karlstraße. Auslöser war allerdings ein technischer Defekt.

Von Bernd Klühs und Christoph Agel

Ein tragisches Ende nimmt ein Feuerwehreinsatz in Bad Nauheim im April. Bei einem Brand in einem Wohnhaus findet die Feuerwehr zwei Leichen.

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