Vereine und städtische Jugendarbeit 

Neues Konzept für Kinder- und Jugendarbeit in Naumburg

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Spaß in den Ferien: Die Jugendfreizeiten – wie während der Sommerferien auf dem Sensenstein – sollen auch künftig zentraler Bestandteil der Naumburger Kinder- und Jugendarbeit sein.

Naumburg. Soll man den Vereinen die Kinder- und Jugendarbeit überlassen oder dem kommunalen Jugendarbeiter? In Naumburg hat man sich für eine enge Zusammenarbeit entschieden.

Zwischen diesen beiden Polen entzündeten sich in der Vergangenheit bei den lokalen Entscheidungsträger immer wieder Diskussionen. In Naumburg will man künftig einen Weg gehen, der Vereine und städtische Jugendarbeit eng miteinander verknüpft.

Während der jüngsten Stadtverordnetensitzung stellte Heidi Völkerding, Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Kultur, Soziales und Sport, die Eckpunkte eines Konzeptes für die künftige Kinder- und Jugendarbeit vor. Vor gut einem Jahr hatte das Stadtparlament den Ausschuss mit der Erstellung beauftragt.

Bessere Vernetzung der Stadtteile 

Im Kern, so die Vorsitzende, gehe es darum, vorhandene Kräfte der Kinder- und Jugendarbeit in Naumburg und den Stadtteilen zu bündeln und dazu neue Kräfte einzubinden. Die Vereine und die städtische Jugendarbeit sollen vernetzt werden und damit letztlich auch die Stadtteile untereinander.

„Wir bauen auf dem auf, was es schon gibt“, sagte Völkerding. Dazu gehören die Ferienspiele durch die Jugendarbeit, die Freizeiten, die von ihr angeboten werden.“ Dazu wird vorgeschlagen, ein Jugendzentrum für alle Stadtteile in der Kernstadt zu schaffen, wo der Jugendarbeiter künftig sein Büro haben sollte, präsent wäre, ohne jedoch den Kindern- und Jugendlichen das Gefühl zu geben, sie zu überwachen. 

Nachwuchs aus den eigenen Reihen gewinnen

Vorteil des Jugendzentrums: Man bekommt mehr Kinder- und Jugendliche zusammen, die gleiche Interessen haben und könnte daher speziell zugeschnittene Angebote machen. In den Stadtteilen, so Heidi Völkerding, sollen die vorhanden Jugendräume vorerst weiter bestehen. Mit dem städtischen Kleinbus solle ein Fahrdienst zwischen Stadtteilen und Jugendzentrum eingerichtet werden, als Fahrer gelte es, Ehrenamtliche zu gewinnen.

Die könnten auch die Vereine stellen, die im neuen Konzept eine wichtige Rolle spielen. Außer Frage stehe, dass die Vereine ein starkes Interesse an der Kinder- und Jugendarbeit haben, um Nachwuchs für die eigenen Reihen zu gewinnen. Deswegen soll es künftig auch einmal im Jahr im Haus des Gastes eine Vereinsbörse geben, ähnlich einer Gewerbeschau. 

Jeder teilnehmende Verein werde sich dort an einem Stand mit seinem Angebot den Kindern und Jugendlichen vorstellen und für sich werben. Was sich der Ausschuss von der Börse zudem verspricht, ist, dass auch die Stadtteile enger zusammenrücken, weil die Vereinsvertreter mehr miteinander in Kontakt kommen.

Babypartys: Schon die Jüngsten abholen

„Wir wollen die Kinder ganz früh abholen“, sagt Ausschussvorsitzende Völkerding und beschreibt einen weiteren Schwerpunkt des Konzepts. Dazu zählen Willkommensbesuche von Erzieherinnen der Kita und Ehrenamtlicher bei jungen Familien, die gerade Nachwuchs bekommen haben, um dort Hilfsangebote zu machen. Außerdem: Babypartys, bei denen nicht nur die Eltern untereinander Kontakte knüpfen können, sondern auch über Angebote des Landkreises und über Elternkurse, die auch in Naumburg stattfinden sollten, informiert wird.

Bedarf für eine stärkere Vernetzung und damit auch Intensivierung der Kinder- und Jugendarbeit gibt es nicht nur angesichts der recht hohen Zahl junger Leute — in der Kernstadt gibt es, laut Völkerding, 396 Kinder- und Jugendliche, dazu in den Stadtteilen weitere 417. „In Naumburg gibt es einen starken Zuzug von Familien mit erhöhtem Hilfebedarf“, sagt Heidi Völkerding. Man müsse dafür sorgen, dass gerade auch diese Neubürger eingebunden werden im Ort.

Unterm Strich gehe es bei dem neuen Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit auch um die Zukunft der Stadt, darum, den Ort lebenswerter zu machen, die jungen Leute mit guten Erfahrungen stärker an die Heimat zu binden. Während der nächsten Parlamentssitzung soll das Konzept diskutiert und beschlossen werden.

Quelle: HNA

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