Nazi-Propaganda aus dem Jahr 1942 am Fritzlarer Bahnhof

Fritzlar. Übermalt und wiederaufgetaucht: Am Fritzlarer Bahnhof empfängt die Besucher gleich an mehreren Stellen Nazi-Propaganda aus dem Jahr 1942. „Räder müssen Rollen für den Sieg“ steht dort in schwarzen Lettern.

Nicht überall ist die Schrift gut zu lesen, zu entziffern ist sie aber immer. Der Fritzlarer Bahnhof sei ohnehin ein Schandfleck, sagt Dr. Ulrich Skubella. Diese Nazi-Parolen würden dem Fass aber den Boden ausschlagen. Der Vorsitzende des Vereins Pro-Fritzlar hat bereits im März versucht, mit den Eigentümern Kontakt aufzunehmen. Die Briefe und E-Mails wurden jedoch bis heute nicht beantwortet. Am verwahrlosten Bahnhofsgebäude sei seit Jahren nichts geschehen.

Durch die vielen zerstörten Fensterscheiben regene es in die Räume und im Kellereingang stapelt sich der Müll. Die Kurhessenbahn ist derzeit nur Mieter des Gebäudes. Die Deutsche Bahn hat den Komplex, und hunderte andere Bahnhofsgebäude in Deutschland, an eine GmbH in Luxemburg mit dem Namen Patron Elke verkauft. Dort verweist man auf die Hausverwaltung Main Asset Management mit Sitz in Dreieich. Deren Ansprechpartner wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Es fehle die Erlaubnis des Eigentümers. Seine Zusage: Er wolle sich selbst vor Ort vom miserablen Zustand überzeugen. Eine Zeitangabe machte er indes nicht. Von der DB-Regionetz heißt es in einer E-Mail an Skubella, dass geprüft werde, ob es rein rechtlich zulässig wäre, den Schriftzug in Eigenregie entfernen zu lassen.

„Wir wären auch schon längst aktiv geworden, aber der Eigentümer meldet sich nicht bei uns“, ärgert sich Skubella. „Es ist völlig unbefriedigend für uns als Stadt“, sagt Lange, „vor zwei Jahren haben wir intensiv versucht, mit den Eigentümern etwas zu bewegen.“ Das sei leider im Sande verlaufen, sagt Lange. Anscheinend habe der Eigentümer kein Interesse an dem Gebäude und einer weiteren Nutzung. „Die müssten allerdings auch richtig Geld in die Hand nehmen, das Gebäude herzurichten“, sagt Lange. Er sei froh, dass ein Großteil des öffentlichen Personennahverkehrs über den Busbahnhof mit seiner guten Infrastruktur in der Innenstadt laufe.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Fritzlar-Homberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare