Widerstand formiert sich

Bürgerinitiative „Nein zur Stromtrasse“ beklagt fehlende Unterstützung

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Nein zur Stromtrasse in Homberg: Die Mitglieder der Bürgerinitiative (vorne von links) Knuth Fischer, Diana Meier und Bernd Herbold (rechts), sowie der Leiter der Unteren Umweltbehörde des Schwalm-Eder-Kreises, Dr. Klaus Lambrecht (2. von rechts) informierten über die geplante Stromtrasse der Firma Tennet durch den Schwalm-Eder-Kreis.

Homberg. „Südlink“ heißt die Stromtrasse, die von der Firma Tennet durch den Schwalm-Eder-Kreis gebaut werden soll. Bis zu 70 Meter hohe Masten werden nötig, um die Kabel zu führen, die den Gleichstrom vom schleswig-holsteinischen Ort Wilster bis nach Grafenrheinfels in Bayern transportieren sollen.

Inzwischen formiert sich der Widerstand. Betroffene Bürger unter anderem in Niedenstein, Fritzlar, Borken und Homberg melden sich zu Wort, um sich gegen den geplanten Bau zu wehren. Die Bürgerinitiative „Nein zur Stromtrasse in Homberg“ hatte am Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung geladen. Neben den Initiatoren der Bürgerinitiative, Bernd Herbold, Diana Meier und Knuth Fischer, waren auch Dr. Klaus Lambrecht (Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Schwalm-Eder-Kreis) sowie Mitglieder der Bürgerinitiative Fritzlar vor Ort, um zu informieren.

„Die Stromtrasse wird uns einige Jahre beschäftigen, es ist ein Thema, das alle Homberger angeht.“ Mit diesen Worten begrüßte Bernd Herbold die Gäste. Der Informationsabend sollte als Vorbereitung dienen für eine Veranstaltung am 11. Juni in der Homberger Stadthalle, bei der auch Mitarbeiter von Tennet anwesend sein werden. „Die Stromtrasse wird uns einige Jahre beschäftigen, es ist ein Thema, das alle Homberger angeht.“

Eines wurde deutlich: Von der Stadt und dem Magistrat alleine gelassen fühlen sich die Mitglieder der Initiative. Niemand von der Stadtverwaltung sei wirklich zuständig, es habe auch niemand den Weg zur Veranstaltung gefunden. Auch sei die Öffentlichkeit viel zu spät über das Vorhaben informiert worden. Die Bürger müssten sich nun selbst darum kümmern, wenn an dem geplanten Verlauf der Stromtrasse noch etwas geändert werden solle. Die Bürgerinitiative ruft zu einer regen Beteiligung auf, um dem Netzbetreiber möglichst viel Widerstand zu bieten. Nicht nur die Verschandelung der Landschaft durch die überdimensionierten Masten, sondern auch und vor allem eine Gefährdung der Gesundheit für die Bewohner befürchtet die Bürgerinitiative. Da eine Stromtrasse dieser Art bisher noch nicht gebaut worden sei, könnten keinerlei Angaben zu Auswirkungen auf den Menschen gemacht werden, sagte Knuth Fischer. Den Verlauf der Trasse zeigte Dr. Klaus Lambrecht auf. Veraltete Karten scheinen der Firma Tennet vorgelegen zu haben, denn örtliche Gegebenheiten, wie zum Beispiel das Homberger Freibad, das Wohngebiet Roter Rain in Fritzlar und nicht einmal der Bundeswehr-Flugplatz seien berücksichtigt worden. In diesem Bereich des so genannten Raumwiderstandes sieht die Bürgerinitiative einen möglichen Angriffspunkt gegen den geplanten Verlauf. Noch bis zum 28. Mai hätten Betroffene die Möglichkeit, bei Tennet Vorschläge einzureichen, die auf bisher unbeachtete „Raum-Widerstände“ aufmerksam machen. Ziel der Bürgerinitiative ist es, so viele Einsprüche und Vorschläge wie möglich zu sammeln, um diese dann beim Netzbetreiber einzureichen.

Sie können geschickt werden an Bernd Herbold unter: berndherbold@aol.com (zen)

Quelle: HNA

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