Beerdigung vorgezogen: Neonazi Manfred Roeder beigesetzt

Neukirchen. Der mehrfach verurteilte Rechtsextremist Manfred Roeder ist am Samstag auf dem Friedhof in Neukirchen beigesetzt worden. Eigentlich war seine Beerdigung erst für kommenden Montag geplant.

Er war am Mittwoch 85-jährig in Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) gestorben, wo er seine letzten Lebensjahre verbracht hatte.

Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch (Kassel) teilte mit, dass die Angehörigen die zunächst für Montag angesetzte Beisetzung vorgezogen hatten. Es habe vermieden werden sollen, dass Neonazis an der Beerdigung teilnehmen könnten. Diese habe im engsten Familienkreis stattgefunden. Kripo-Beamte waren nach Informationen der HNA vor Ort.

Der Holocaustleugner Roeder war Rechtsanwalt und galt eine Zeitlang als Anführer der rechtsradikalen Szene in der Bundesrepublik, er war Anwalt von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gewesen und bezeichnete Auschwitz als „Lüge“.

Roeder war gebürtiger Berliner, seit 1975 fanden auf seinem Anwesen auf dem Knüllköpfchen in Schwarzenborn Treffen von Radikalen statt. Mehrfach war Roeder zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Vor etwa zwei Jahren war er nach Neukirchen gezogen, er soll seit Langem krank gewesen sein. Seit Jahren hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. (aqu)

Quelle: HNA

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