Start der Kirchenrenovierung

Nepomuk-Altaraufsatz in Fritzlarer Stadtkirche wird restauriert

Das Gerüst steht schon: Dekan Prof. Dr. Helmut Umbach (vorne) und Pfarrer Wolfram Köhler vor dem Nepomuk-Altaraufsatz. Foto: Yüce

Fritzlar. So mancher Figur des Nepomuk-Altaraufsatzes in der evangelischen Stadtkirche in Fritzlar ist bereits ein Zacken aus dem Kranz gebrochen.

Anderen der hölzernen Figuren fehlen kleine Finger oder Schmuckteile. Höchste Zeit also, um den Barockaltar zu restaurieren.

Und weil das so ist, haben sich der Kirchenvorstand und der Förderverein dazu entschlossen, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen: Denn wird eine Kirche restauriert, fängt man meistens mit dem Dach an. Die Minoritenkirche soll auch restauriert werden, den Anfang macht man nun im Innenraum - mit dem Altaraufsatz. Der soll für 50.000 Euro aufgearbeitet werden. „Es ist ein Ausnahmeobjekt“, sagt Dekan Prof. Dr. Helmut Umbach.

Den Rat, mit dem Altaraufsatz zu beginnen, habe man von der Denkmalpflege bekommen. Umbach betont, dass der Altaraufsatz ein Zeugnis des Glaubens sei und zugleich ein Zeichen für die Ökumene. Die Katholiken freuten sich mit: Eigentlich ist Nepomuk ein katholischer Heiliger.

Ein halbes Jahr werden die Arbeiten der Restauratorin dauern, sagt Pfarrer Wolfram Köhler. Sie werde den Nepomuk-Altar reinigen, sichern und die Übermalungen von 1980 zurücknehmen. Auch werde sie einige Schrauben, die in den 80er Jahren zur Befestigung angebracht wurden, entfernen. Schließlich sollen der Heilige Nepomuk, die Heilige Elisabeth und Co. in kräftigeren Farben erstrahlen. „Angelehnt an die Farben des Neobarocks. Das ist eine größere Materialehrlichkeit“, sagt Umbach. Die Risse würden aber nicht geschlossen, weil das Holz immer weiter arbeite. Zum Erntedankfest soll der Nepomuk-Altar dann feierlich enthüllt werden.

An den Kosten beteiligt sich die Landeskirche zur Hälfte, 16.000 Euro stammten vom verstorbenen Landrat Frank-Martin Neupärtl, betont Umbach. 5000 Euro trage die Kirchengemeinde und bis zu 4000 Euro wolle der Förderverein der Stadtkirche tragen. Der starte eine Spendenaktion für die Restaurierung des Altaraufsatzes.

Zugleich falle mit dem überschaubaren Projekt endlich der Startschuss für die Renovierung der gotischen Hallenkriche, die im Jahr für rund 140 Veranstaltungen genutzt werde. Zehn Jahre seien für die gesamte Renovierung vorgesehen, die einige Millionen Euro kosten werde. Erleichtert zeigte Umbach sich: „Die Vorarbeiten haben sechs Jahre gedauert. Es ist ein schweres Schiff, das sich langsam steuern lässt und jetzt Fahrt aufgenommen hat.“

Quelle: HNA

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